Semester in Boras / Schweden

Boras ist eine sehr schöne und gemütliche Stadt. Es gibt viele Seen, die auch teilweise gut zu Fuß erreichbar sind. Vor allem im Sommer lässt es sich dort gut leben und studieren. Die vielen Cafés laden zum Kaffee trinken ein, am Marktplatz findet man einige Geschäfte, und wenn man etwas mehr einkaufen muss ist man innerhalb von 5min mit dem Bus von der Innenstadt aus im Knalleland, wo es Shoppingmalls, Supermärkte und z.B. Mediamarkt gibt.

Information über die Universität

Allgemeine Angaben:

Högskolan i Boras
Allégatan 1
50190 Boras

www.hb.se

Kontaktpersonen:

International Coordinator: Gustav Kibe

Email: gustav.kibe@hb.se

International Coordinator of Business School: Grace Zhe Gu

Email: grace_zhe.gu@hb.se

Organisation und Besonderheiten bei der Bewerbung:

Man sollte mindestens ein halbes Jahr vor dem Auslandsaufenthalt die ISMA-Mitarbeiter kontaktieren und sich über benötigte Bewerbungsunterlagen informieren. Bei der Bewerbung, die üblicherweise problemlos abläuft, kann man 2 Wunschuniversitäten angeben. Ich habe beide Unis in Schweden angegeben und habe meinen Zweitwunsch erhalten. Sobald man die letztendliche Zusage der Högskolan i Boras erhalten hat, bekommt man alle wichtigen Informationen bezüglich Fächerwahl, Wohnmöglichkeiten und Veranstaltungen in der Einführungswoche. Bei Rückfragen kann man die zuständigen Ansprechpartner jederzeit kontaktieren.

Kursinformationen

Die Kurse sind dabei klein gehalten und bestehen aus jeweils ca. 30 Studenten. Dadurch entsteht eine ruhige und angenehme Lernatmosphäre. Auch der familiäre Umgang mit den Professoren, die man mit dem Vornamen anspricht, trägt dazu bei. Alle Lehrkörper und Ansprechpartner an der Uni sind stets freundlich und sehr hilfsbereit. Das Wohlbefinden der Studenten steht immer an erster Stelle. Es finden zu jedem Kurs Vorlesungen statt, Mitarbeit ist erwünscht, geht jedoch nicht in die Note ein, und es bestand nur selten Anwesenheitspflicht, was sich als praktisch erwies, wenn man gerade auf einem Trip war.

Swedish as a foreign Language – Beginner’s Course, 7.5 Credits

Der Sprachkurs findet zweimal die Woche im ersten Block des Semesters statt. Er basiert auf einem Lehrbuch, das man sich kaufen sollte (ca. 25€). Für Deutsche ist es recht einfach, die schwedische Sprache zu lernen, da sich vieles ähnelt und die Grammatik nicht schwer ist. Die Prüfung ist sowohl mündlich als auch schriftlich. Bei der mündlichen Prüfung unterhält man sich innerhalb kleiner Gruppen auf Schwedisch über typische Themen wie Familie oder Freizeit, worauf man sich gut vorbereiten kann und es daher gut zu bestehen ist. Die schriftliche Prüfung besteht aus einem Reading and Understanding Part, einem Writing Part, bei dem man ca. 200 Wörter schreiben muss, und aus einem Culture Part, bei dem man einen kleinen Aufsatz über die schwedische Kultur auf Englisch schreiben muss.

Scandinavian Consumer Behaviour, 7.5 Credits

Dieser Bachelorkurs findet im 1. Block des Semesters statt. Das zugehörige Kursbuch „Consumer Behaviour – A European Perspective“, 5. Ausgabe, ist obligatorisch, da die Prüfung ein Open-Book-Exam am Computer ist, bei der sich alle Fragen auf das Buch beziehen und man während der Klausur im Buch nachschlagen kann/sollte. Dafür hat man 5 Stunden Zeit, die man aber i.d.R. nicht braucht. Neben der Klausur hat man in Gruppenarbeit eine 5-seitige Seminararbeit zu schreiben und diese am Ende zu präsentieren. Dabei arbeitet man mit der Statistiksoftware Stata, in die man sich selbstständig einzuarbeiten hat.

Scandinavian Management, 7.5 Credits

Der Masterkurs findet im 2. Block des Semesters statt und besteht aus einer Klausur und einer Seminararbeit. Für die 5-7seitige Seminararbeit wird man in Gruppen eingeteilt, in denen man einen (selbstausgesuchten) Film in Hinblick auf skandinavischer Kultur und Leadership analysieren muss. Die Ergebnisse hat man am Ende zu präsentieren. Die Seminararbeit wird jedoch nicht bewertet, es geht nur ums Bestehen oder Nichtbestehen. Gegen Ende des Semesters folgt eine 1-stündige Klausur, bei der man online (auch von Deutschland aus möglich) Multiple-Choice-Fragen, basierend auf einem Buch und mehreren Papern, beantworten muss.

Business Design, 7.5 Credits

Dieser Masterkurs im 2. Block war meines Erachtens der anspruchsvollste Kurs. Hier muss man keine Klausur schreiben, sondern nur eine 10-15seitige Seminararbeit in Gruppenarbeit, in die man aber viel Zeit investieren und sich gut mit der vorgesehenen Fachliteratur beschäftigen sollte. Die Aufgabe jeder Gruppe ist es, ein selbst ausgewähltes Unternehmen im Hinblick auf deren Value Creation zu analysieren, wobei man Interviews zu führen hat und sich auf theoretische Modelle beziehen muss. Die Ergebnisse müssen auch hier am Ende präsentiert werden.

Stadt

Von Düsseldorf aus ist man schnell mit dem Flugzeug am Flughafen Göteborg Landvetter. Dort kann man mit dem Swebus (umso früher man bucht, umso günstiger ist es) in nur 30min bis nach Boras Resecentrum fahren. Boras ist eine sehr schöne und gemütliche Stadt. Es gibt viele Seen, die auch teilweise gut zu Fuß erreichbar sind. Vor allem im Sommer lässt es sich dort gut leben und studieren. Die vielen Cafés laden zum Kaffee trinken ein, am Marktplatz findet man einige Geschäfte, und wenn man etwas mehr einkaufen muss ist man innerhalb von 5min mit dem Bus von der Innenstadt aus im Knalleland, wo es Shoppingmalls, Supermärkte und z.B. Mediamarkt gibt. Dort findet man auch einen Secondhand Shop „Emmaus“, in dem man sich am Anfang die wichtigsten Dinge wie Geschirr günstig besorgen kann.

Unterkunft

Die Uni empfiehlt Bostäder AB, eine Organisation, die verschiedene Wohnheime vermittelt. Dazu werden rechtzeitig Informationen bekannt gegeben. Wenn es heißt, dass man sich um 8 Uhr morgens an einem Stichtag für ein Zimmer im Wohnheim bewerben muss, dann sollte man das auch unbedingt um Punkt 8 Uhr tun. Alle Zimmer waren nach spätestens 10min weg. Bei mir gab es Probleme beim Laden, sodass ich aus Versehen zwei Zimmer gebucht hatte. Es war aber auch kein Problem, das zweite einfach wieder zu stornieren. Ich habe im Distansgatan gewohnt, was die günstigste Alternative ist. Ich habe für ein möbliertes 17m2 Zimmer mit Balkon und 3 weiteren WG-Mitgliedern 230€ im Monat bezahlt. Ein Lan-Kabel war vorhanden und mit einem Router (mitgebracht oder gekauft) hatte man in der gesamten Wohnung WLAN. Unterwegs kommt man auch ohne Datentarif aus, da man in der Uni, in den Cafés etc. WLAN hat. Ich habe mir trotzdem für 5€ im Monat 1GB Internet geholt (Comviq), was für die Trips praktisch ist. Das Wohnheim war das komplette Semester über eine Baustelle, da die Fassade und alle Fenster erneuert wurden. Die Bauarbeiten sind aber inzwischen fertig. Das Wohnheim ist trotzdem nicht das schönste, es leben auch einige Familien dort, was man vor allem im Wäschekeller bemerkt. Dort kann man sich Waschmaschinen für 3 Stunden einige Tage vorher reservieren. Da sich aber wenige (vor allem die Familien) daran halten und teilweise einfach die Wäsche aus den Maschinen rausgeholt wird, hat man irgendwann aufgehört zu reservieren und einfach dann gewaschen, wenn Maschinen frei waren. Trockner sind auch vorhanden. Ein Netto ist in 5min zu Fuß erreichbar, besser ist es aber nach der Uni zum ICA in der Innenstadt zu gehen, da es dort ordentlicher ist und es mehr Auswahl gibt. Ein größerer Supermarkt „Coop“ ist mit dem Bus auch in wenigen Minuten erreichbar. Zur Innenstadt sind es 7-10 min mit dem Bus, zur Uni weitere 2min. Die Busse kommen wochentags mindestens alle 6 Minuten.

Das Wohnheim Simonsland, das sich direkt neben der Uni befindet, ist auch sehr beliebt. Dort bezahlt man 400-500€ im Monat, man lebt alleine mit einer Küchenzeile im Zimmer und eigenem Bad. Die Zimmer sind jedoch unmöbliert, wobei die Uni die nötigsten Möbel auf Anfrage stellt. Ein weiteres Wohnheim (nicht von Bostäder AB) ist das Balder, das auch in der Nähe von der Uni liegt, preislich ähnlich wie das Simonsland liegt und in dem jeder sein eigenes Zimmer mit Bad hat. Lediglich die riesige Küche und der Wohnraum werden von allen Studenten (ca. 60) geteilt.

Ich persönlich würde das Wohnheim Distansgatan weiterempfehlen, wenn man für ein Semester dort ist. Für eine längere Zeit würde ich das Simonsland wählen. Die Wohngegend vom Distansgatan ist nicht gerade die schönste und sicherste, für eine kurze Zeit aber in Ordnung.

Reisen

Von der Uni aus wurden mehrere große Trips organisiert, wie Lappland, Sea Battle, Kopenhagen, St. Petersburg. Ich persönlich habe mit der Uni Lappland und Sea Battle mitgemacht, was beides ein absolutes Muss ist. Für den Lappland-Trip gilt: wer am schnellsten ist, bekommt einen Platz. Die Plätze sind begrenzt, aber der Trip unvergesslich! Man verbringt vier Tage hoch im Norden, was u.a. bedeutet: Nordlichter, mit Huskies Schlitten fahren, Ice Hotel und ganz viel Schnee. Die Busfahrt dauert 22-24 Stunden, der einzige Nachteil an der Sache. Kosten sind dabei mit Essen usw. ca. 500€, die sich aber lohnen. Beim Sea Battle ist man 3 Tage mit einem Schiff auf Partytour von Stockholm bis nach Tallinn und zurück. Gekostet hat dies ohne Essen/Getränke ca. 130€. Den St. Petersburg Trip (ca. 1 Woche) habe ich leider nicht mitgemacht, es haben aber alle begeistert von erzählt. Städte, die man unbedingt besuchen sollte, sind: Stockholm, Kopenhagen und Oslo. Nach Göteborg kommt man auch ganz schnell. Empfehlenswert ist es, eine Kreditkarte zu besitzen. Ich habe mir vor dem Auslandsaufenthalt kostenlos ein Konto bei der DKB eröffnet. Mit der DKB-Kreditkarte kann man in Schweden überall gebührenlos zahlen und Geld abheben. Im Bus kann man beispielsweise nicht mit Bargeld zahlen, man kann sich aber entweder eine Buskarte mit einigen Fahrten aufladen oder wenn man weiter außerhalb lebt eine Monatskarte für 40€ kaufen. Sollte man eine Monatskarte besitzen, darf man 4 Leute, die unter 21 Jahre alt sind, kostenlos mitfahren lassen.

Krankenversicherung

Ich habe vor Abreise eine zusätzliche Auslandskrankenversicherung für den Zeitraum des Auslandsaufenthaltes bei meiner Krankenkasse abgeschlossen.

Freizeitaktivitäten

Die Uni hat viele Unternehmungen angeboten. Die ersten beiden Einführungswochen waren vollgepackt mit Aktivitäten, wie z.B. Sittning (Abendessen mit Motto), Movie Night, Boot bauen, Speed Dating, Pool Party usw. Zum Kennenlernen war das optimal. Empfehlenswert ist auf jeden Fall die ESN-Mitgliedschaft, für die man einmalig 30€ zahlt, aber dadurch bei mehreren Trips Rabatte erhält (vor allem bei den größeren Trips). Eine weitere Organisation der Uni ist die Student Union, bei der ich jedoch kein Mitglied geworden bin. Neben den großen Trips organisiert die ESN auch kleinere Events, wie Klettern, Kanu fahren, International Dinner, Zoo, Salsa-Nights, Ikea-Fahrt mit Besuch der Insel Marstrand usw. In der Stadt gibt es viele Fitnessstudios. Ich kann das „Arena Fitness“ empfehlen, bei der man mit Sauna und Kursen 30€ im Monat zahlt und eine Mitgliedschaft für nur vier oder fünf Monate möglich ist. Es ist 5 Minuten zu Fuß vom Bushof entfernt, ist sehr groß und bietet auch für Nicht-Mitglieder täglich ein Frühstücksbuffet für nur 5€ an. Anderseits kann man sich auch eine 4-Monatskarte für das Schwimmbad für nur insgesamt ca. 55€ holen. In der Stadt gibt es einige Bars/Clubs. Die Uni hat letztes Jahr die Bar/Kneipe Kårner eröffnet, in der einige Events stattfinden. Donnerstags, freitags und samstags kann man in dem Club XoY feiern gehen. Donnerstags ist dort für alle Studenten freier Eintritt und von 22-24 Uhr Happy Hour; aufgrund der teuren Getränkepreise in den Clubs lohnt es sich daher, schon vor 24 Uhr dort aufzutauchen. Samstags konnte man sich meist auf die Gästeliste schreiben lassen, sowohl im XoY, als auch im Grand Hotel – ein weiterer gut besuchter Club (ab 21 Jahre). Beachten muss man nur, dass die Clubs in Boras schon um 2 Uhr bzw. 2:30 Uhr schließen. Am Wochenende fährt bis kurz vor 3 Uhr noch ein Bus, mitten in der Woche nur bis 24 Uhr, weshalb man entweder ein Taxi nehmen oder zu Fuß laufen muss (zu Fuß bis zum Distansgatan ca 25min).

Ein Bericht von Marion Holona

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