Semester an der Pusan National University / Korea

Auch wenn man manchmal mit Englisch nicht weiterkommt, schlägt einem eine ungeheure Hilfsbereitschaft entgegen und als Deutscher hat man bei den meisten einen tadellosen Ruf in Korea. Daher kann ich jedem nur empfehlen, sich zu trauen, sich auf ins entfernte Korea zu machen! Noraebang, Gimbap, Makgeolli und Jjimjilbang vermisse ich jetzt schon! 🙂

Information über die Universität

Universität der Stadt und befindet sich auf einem ziemlich großen, hügeligen Campus im Norden vom Stadtzentrum. Die englischsprachige Homepage ist die folgende:
http://onestop.pusan.ac.kr/English/
(die Webseiten in Korea sind oft am besten mit dem Internet Explorer zu öffnen, andere Browser funktionieren teilweise schlecht)

Offizielle Ansprechpartnerin für die Bewerbung war:
Gayoung (Michelle) KIM
Tel : +82-51-510-7667
Email : monami@pusan.ac.kr

Der Bewerbungsprozess an sich lief relativ problemlos ab, wobei sich die PNU mit der
Bestätigung ganz schön Zeit gelassen hat, sodass man die Flüge erst kurzfristig buchen konnte.

Kursinformationen

Die Kurswahl gestaltete sich relativ schwierig, da man zum Teil widersprüchliche Informationen erhält und die entsprechenden Webseiten teilweise ziemlich unübersichtlich sind. Insgesamt darf man als Masterstudent maximal drei Kurse belegen.
Problematisch war für mich, dass die MSM einen Partnervertrag mit dem Department International Trade besitzt, welches vorrangig VWL-Kurse anbietet. Mithilfe von Sondergenehmigungen konnte ich letztlich aber auch noch BWL-Kurse belegen. Auch die
Auswahl der in Englisch unterrichteten (Master-)Fächer ist stark begrenzt. Vorab konnte ich mich nur für einen Kurs im Online-System einschreiben, um den zweiten Kurs habe ich mich dann erst vor Ort kümmern können. Belegt habe ich Folgendes:

Seminar in Marketing II (BA65353), Prof. Munshik Suh
Consumer Behavior (BA80382), Prof. Munshik Suh

Beide Kurse wurden in Englisch unterrichtet, zählen zum Masterbereich, ergeben je 3 Credits und wurden mir in Duisburg angerechnet. Im Marketing Seminar wurden jede Woche Paper zu aktuellen Marketing-Themen besprochen, die von den Studenten abwechselnd vorgestellt wurden. Consumer Behavior war ein MBA-Kurs, den ich erst durch einen Sonderantrag belegen durfte, bei dem mir jedoch mein Buddy geholfen hat. In diesem Kurs wurde jede Woche ein Quiz über den Stoff geschrieben, den man sich zu Hause aus einem Buch erarbeiten sollte. Beide belegten Kurse waren während des Semester arbeitsreicher als Kurse in Deutschland. Man bekam oft Hausaufgaben und musste Präsentationen, Essays oder Gruppenarbeiten erledigen. Zudem gibt es
sowohl Mid Term Exams als auch Final Exams. Allerdings war das Niveau gefühlt etwas niedriger als zu Hause.

Stadt

Busan ist mit 3,5 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt Koreas und liegt ganz im Süden des Landes am Meer. Eines der Highlights der Stadt sind sicherlich die verschiedenen schönen Strände, die bei gutem Wetter auch im September noch
genutzt werden können und mit der Metro in knapp einer Stunde vom Campus zu erreichen sind. Weitere Sehenswürdigkeiten sind der Fischmarkt von Busan, das Culture Village, Haeundae Beach, Gwangali Beach, der Beomeosa Tempel, der Haedong-
Yonggung-Tempel und das Spaland im Shinsegae Department Store. Hightlights sind außerdem das Firework Festival sowie das Internationale Film Festival.

Die Hin- und Rückflüge mit British Airways von Düsseldorf über London nach Seoul haben mich zusammen 660€ gekostet. Wenn man etwas mehr zahlt, kann man auch direkt nach Busan fliegen. Ich bin allerdings schon einige Tage vor Semesterbeginn, Ende August nach Seoul gereist um mir die Stadt anzusehen und dann von dort mit dem Zug nach Busan. Es empfiehlt sich, von der Metro Station der Uni aus ein Taxi bis zum Wohnheim zu nehmen, da der Campus-Hügel sehr lang und steil ist und Taxifahren in Korea sehr günstig ist.

Unterkunft

Gewohnt habe ich, wie die meisten anderen Austauschstudenten auch, im Wohnheim auf dem Campus der Uni. Man konnte sich vorab für einen Platz bewerben und hatte die Wahl zwischen dem älteren und dem neueren Gebäude. Ich würde das neuere Gebäude weiterempfehlen, da es nur unwesentlich teurer ist, man aber größere Zimmer sowie sein eigenes Badezimmer hat statt Etagenduschen. In jedem Falle teilt man sich einen
Raum mit einem anderen Mitbewohner, was am Anfang durchaus etwas gewöhnungsbedürftig sein kann. Allerdings gewöhnt man sich schnell daran und
ich habe mich mit meinem Mitbewohner wirklich sehr gut verstanden. Man kann bei der
Wohnheimsbewerbung einen Wunsch-Zimmerpartner angeben und wird ansonsten von der Uni aus jemandem zugeteilt und erfährt erst vor Ort, wer der Glückliche ist. Es wird allerdings versucht, die Leute entsprechend der Nationalitäten zu gruppieren, sodass mein Mitbewohner auch Deutscher, auch BWL-Master-Student und gleichaltrig war. Die Wohnheimskomplexe sind nach Geschlechtern getrennt. Austauschstudenten werden bei der Wohnheimsbewerbung gegenüber Koreanern bevorzugt, sodass alle Internationals die ins Wohnheim wollten, auch einen Platz bekommen haben. Der einzige Nachteil am Wohnheim ist der teils strikte Regelkatalog. So sind beispielsweise keine Besuche des anderen Geschlechts erlaubt, die Zimmer werden ein Mal im Monat auf Sauberkeit
kontrolliert und es gibt eine Ausgangssperre zwischen 1 und 4 Uhr morgens.
Das Wohnheim liegt ganz am oberen Ende des Campus-Hügels und erfordert einen Fußmarsch, an den man sich aber auch schnell gewöhnt. Einen Teil der Strecke kann man auch mit dem Bus fahren. Das Zimmer im Wohnheim hat ungefähr 300€ pro Monat
gekostet – allerdings inklusive Vollverpflegung!! Man muss vorab einen der verschiedenen Essenspläne wählen, z.B. nur unter der Woche oder ohne Abendessen. Preislich lagen die verschiedenen Varianten allerdings beinahe gleich, sodass ich mich für die Vollverpflegung entschieden habe. Das Essen findet direkt in der Mensa am Wohnheim statt, sodass man sich den Weg den Berg runter in die Stadt spart. Die Qualität des Essens ließ allerdings manchmal stark zu wünschen übrig, sodass wir doch auch durchaus öfter auswärts Essen waren. Die sonstigen Lebenshaltungskosten würde ich in etwa gleich mit denen in Deutschland einschätzen mit ein paar Abweichungen. So ist Essen gehen etwas
günstiger als in Deutschland, dafür sind z.B. Obst und Gemüse im Supermarkt teilweise viel teurer als bei uns.

Reisen

Trotz des Uni-Alltags blieb mir einige Zeit um Korea zu erkunden. Einige Ausflüge in die nähere Umgebung von Busan wurden anfangs des Semesters vom Wohnheim / International Office etc. organisiert, andere Sachen habe ich auf eigene Faust erkundet. Nach Seoul kommt man gut mit dem Bus oder Zug, die je nach Fahrtdauer preislich
verschiedene Tickets anbieten. Sehr gut hat mir das Lantern Festival in Jinju gefallen, bei dem der Fluss sowie die Ufer voller Motive aus Laternen gestaltet waren. Die Anreise war von Busan aus bequem mit dem Bus möglich. Auch einen Temply Stay kann ich sehr empfehlen! Einige Tage sollte man auf jeden Fall auch in Seoul verbringen. Der Seoraksan National Park im Norden des Landes eignet sich besonders gut im Herbst zum Wandern, wenn sich die Blätter gelb/rot färben.
Ansonsten gibt es von Busan auch äußerst günstige Flüge nach Jeju (z.B. mit Air Busan, Jeju Air oder Jin Air), dem „koreanischen Hawaii“. Die Insel liegt noch weiter südlich und hält einige schöne Strände, Wasserfälle etc. bereit. Am besten man reist zu Beginn des Semester gleich dort hin, dann ist es noch schön warm. Die Flüge bucht man am besten
direkt auf den Seiten der jeweiligen Airlines, weil die meisten der Flug-Vergleichsportale diese nicht finden. Auch nach Japan kann man relativ günstig fliegen oder mit der Fähre fahren. So habe ich beispielsweise noch Tokyo, Osaka, Fukuoka, Hiroshima, Kobe, Nara
und Okinawa besucht.

Krankenversicherung

Nach anfänglicher Verwirrung stellte sich heraus, dass man die PNU Group Insurance nicht verwenden kann, sondern sich selbst über eine private Auslandskrankenversicherung versichern sollte. Diese hat bei mir für den Zeitraum 120€ gekostet.

Freizeitaktivitäten

Wie bereits erwähnt fanden besonders zu Semesterbeginn einige Ausflüge statt. Ansonsten war die Organisation der Uni in diesem Bereich eher schwach, so gab es z.B. keine richtige Welcome Party. Allerdings ist die Gruppe der Austauschstudenten an
der PNU relativ überschaubar (knapp 100 Leute), sodass man bald alle kennen gelernt hat und oft etwas zusammen unternimmt. Zudem bekommt man von der Uni einen koreanischen Buddy zugeteilt, der einem besonders am Anfang sehr nützlich ist und z.B.
bei der Kurswahl helfen kann oder auch beim Eröffnen eines koreanischen Bankkontos.
Zusätzlich kann ich noch PNU Friends empfehlen, eine Organisation koreanischer Studenten, die Austauschstudenten helfen möchte, ein bisschen Koreanisch zu lernen. Man bekommt einen „Lehrer“ zugeteilt und bespricht was man lernen möchte.
Neben Vokabeln war es sehr interessant Dinge über die koreanische Kultur und Unterschiede zu Deutschland zu erfahren.

Alles in allem war das Auslandssemester in Busan eine wirklich tolle Zeit! Auch wenn der
Beginn mit der Kurswahl etwas holprig war, hat man sich schnell an der Uni eingelebt und
viele Freunde gefunden. Die Koreaner sind ein wirklich nettes Völkchen und es macht
Spaß ihr Land und ihre Kultur zu erkunden. Auch wenn man manchmal mit Englisch nicht
weiterkommt, schlägt einem eine ungeheure Hilfsbereitschaft entgegen und als
Deutscher hat man bei den meisten einen tadellosen Ruf in Korea. Daher kann ich jedem
nur empfehlen, sich zu trauen, sich auf ins entfernte Korea zu machen! Noraebang,
Gimbap, Makgeolli und Jjimjilbang vermisse ich jetzt schon! 🙂

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Ein Bericht von Sascha König.

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