Semester an der Fudan University / Shanghai, China (3)

Doch keine Sorge, die wichtigsten Sätze und Vokabeln, die man hier zum Überleben braucht, lernt man Vorort, auch wenn man oft trotzdem nicht verstanden wird, weil die chinesische Aussprache sehr schwierig für uns Europäer ist.

1. Vorbereitung

1.1.Bewerbung

Nach einer erfolgreichen Bewerbung beim ISMA für die Fudan University in Shanghai, werden dem Bewerber wenig später die nötigen Unterlagen per Post zu gesendet. Die Unterlagen sind auf Englisch und Chinesisch, enthalten ausschließlich allgemeine Informationen, aber keine Kurswahlmöglichkeiten. Ein kleines, blaues Handbuch wird mitgeschickt, dass man sich sehr genau durchlesen sollte, da es nicht nur Informationen zu Adressen der Universität und Informationen zum Visum beinhaltet, sondern auch auf eine Polizeiregistrierung vor Ort nach dem Beziehen einer Wohnung verweist. Des Weiteren lässt sich hier das Datum und der Ort der Einschreibung entnehmen.

1.2.Visum

Nachdem man alle nötigen Unterlagen beisammen hat, ist ein Visum zu beantragen.
Ich habe mir das Antragsformular auf der Seite der chinesischen Botschaft herunter geladen, ausgedruckt und mit allen Unterlagen und meinem Reisepass an eine Agentur geschickt, weil ein zuständiges Konsulat zu weit weggewesen wäre. Meine Unterlagen wurden sehr schnell bearbeitet und ich habe sie, plus natürlich dem Reisepass, auch schnell wieder zurück geschickt bekommen. Die Kosten für diesen Dienst hielten sich in Grenzen. Ich habe ein F-Visum für 6 Monate beantragt. Sobald man länger hier bleiben möchte, benötigt man einen HIV-Test und einen Gesundheitstest. Falls man sein Visum allerdings hier vor Ort verlängern möchte, bietet auch die Fudan Universität diesen Test für einen Unkostenbeitrag an. Diesen Test muss man ebenfalls machen bzw. vorlegen, wenn man China für einige Kurzreisen oder Trips verlassen und wieder einreisen möchte. Das nennt sich „Residence Permit“. Da ich dies nicht gemacht habe, sondern erst nach meinen 6 Monaten gereist bin, kann ich dazu leider nicht vielberichten. Nach den 6 Monaten bin ich für einen Monat außerhalb Chinas gereist und dann für einen Tag mit einem Transitvisum wieder zurück nach Shanghai geflogen. Das war möglich, da ich mein Ticket für den anschließenden Flug nach Deutschland vorlegen konnte.

2. Universität

2.1.Allgemeines

Die Einschreibung an der Uni findet nicht am „School of Economics“-Campus statt.
Im blauen Heft stehen die genaue Adresse und das Datum, an dem man sich einschreiben muss. Bei mir war es unglaublich voll und ich musste lange warten. Außerdem hat die Uni verlangt, dass man sich eine Krankenversicherung für 40€ zulegt, egal ob man – wie ich und ich denke die meisten ebenfalls – bereits eine für weitaus mehr Geld im Heimatland abgeschlossen hat. Das hat mich sehr geärgert, zumal das Schreiben auf Chinesisch war, Niemand einem erklärte, was dieser eigentlich beinhaltet und man dazu gezwungen wurde, da sonst keine Einschreibung erfolgte. Außerdem ist es wichtig, dass sich darauf einzustellen, dass Chinesen grundsätzlich kein Englisch sprechen. Sogar beim Internationalen Amt an der Uni, habe ich kaum jemanden angetroffen, der mir bei Fragen helfen konnte, da Er oder Sie nur Chinesisch sprach und kein Englisch.

2.2.Kurse

Einmal eingeschrieben, müsst ihr zum Orientierungstag an den Campus. Am besten kommt man dort mit der Linie 10 hin, Haltestelle „Guoquan Rd.“ und dann knapp 5
Minutenzu Fuß, einfach gerade aus. Von den Kursen, die man zur Auswahl bekommt, muss man mind. 6 Credits erreichen um einen „Abschluss“ von der Fudan zu erhalten. Dabei kann man zwischen Kursen wählen, die regelmäßig stattfinden und bis zu 3 Credits geben oder Short Courses für 1 Credit, die dann eine oder zwei Wochen jeden Tag stattfinden. Ich hatte mich für 3 normale und 1 Short Course entschieden. Die meisten Kurse beschäftigen sich mit der Chinesischen Wirtschaft („Doing Business in China“ und „Chinese Economics“ waren zwei meiner Kurse), was leider ein bisschen schade für mein Studium in Duisburg ist, da ich diese Kurse wohl nicht angerechnet bekommen werde. Obwohl der Short Course am aufwändigsten war und dafür die wenigsten Punkte gab, hat er mir doch am besten gefallen („Investment Analysis and Risk Management“), da er der einzige Kurs
war, den ich zusammen mit chinesischen Studenten hatte. Alle anderen Kurse waren reine Austauschstudentenkurse.

3. Citylife

3.1.Wohnen

Da ich in der Stadt gewohnt habe, kann ich leider nichts über die Wohnungen auf dem
Campus erzählen. Wohnen in Shanghai ist an sich eine relativ teure Sache, wenn man es mit den restlichen Lebensunterhaltskosten vergleicht. Für mich stand bereits von Anfang an fest, dass ich in der Stadt leben möchte und nicht auf dem Campus, da dieser doch sehr außerhalb liegt und ich lieber „mitten im Geschehen“ leben wollte. Daher habe ich bereits im Vorfeld in Deutschland Agenturen und Vermieter für Wohnungen angeschrieben und hatte viel Glück. Bereits am zweiten Tag bin ich umgezogen. Das Stadtleben tummelt sich am People Square, East und West Nanjing Rd., in Pudong und am Jing’An Tempel. Von hier aus braucht man ca. eine Stunde zur Fudan Universität. Wenn man hier eine Wohnung sucht, muss man auf so einiges gefasst sein, was einem da geboten wird. Und vorher sollte man sich, wenn man über den Winter hier bleibt, darauf einstellen, dass chinesische Wohnungen grundsätzlich keine Heizungen haben und es im Winter wirklich unglaublich kalt werden kann. Ich würde jedem raten, der in der Stadt wohnen will, sich eine Wohnung zu teilen. Abgesehen von Strom und Wasser, weichen die Mietpreise nämlich nicht von denen in Deutschland ab und für eine wirklich schöne Wohnung, die man sich teilt, oder ein Zimmer, kann man gut und gerne schon einmal 300€ bezahlen.
Wichtig sind noch zwei Dinge: Mieten werden in SH meistens 3 Monate im Voraus gezahlt. Miete und Kaution müssen immer Cash bezahlt werden. Außerdem muss man sich, sobald man eine Wohnung gefunden hat, bei der zuständigen Polizei registrieren. Dazu muss man den Mietvertrag, Pass und Visum vorlegen.

3.2.Essen

Das Essen ist die beste und günstigste Sache an meinem ganzen Austausch gewesen! Das Angebot ist riesig und so günstig, dass kaum einer in meinem Freundeskreis um mich herum selbst gekocht hat. Natürlich kann man auch exklusive für 12€ essen, doch wer die gemütliche, traditionelle chinesische Küche bevorzugt und ab und zu etwas aus dem 24-Stunden Supermarkt besorgen möchte, kommt mit 5€ / Tag gut aus. Nicht zu vergessen natürlich die Streetfood-Stände, die hier wahnsinnig beliebt sind und einen abends auf der Straße gerne mal für 2-3€ mit unglaublich leckeren Nudeln oder BBQ verwöhnen.
3.3.Sehenswürdigkeiten Shanghai ist das New York von China und schläft nie. Zu Beginn war ich fast immer müde, weil die Stadt einfach so hektisch ist und es so viel zu sehen gibt. Fast jeden Tag gibt es ein Special in irgendeinem Restaurant, dann ist man zum „Bund“ gefahren, der Skyline von Shanghai, die nachts wirklich atemberaubend schön ist oder hat den Tag über im Fakemarket auf der berühmten Nanjing Rd. verbracht. Mittwochs gibt es Ladies Night in den Clubs, in die man aber auch sonst eigentlich immer ohne Eintritt reinkommt. Dann sollte man natürlich einmal auf den „World Financial Tower“ (auch „Flaschenöffner“ genannt) gehen, das zur Zeit höchste Gebäude (mit 492 Metern) von Shanghai und den Ausblick im 100. Stockwerk genießen. Des Weiteren lassen sich viele kleine Orte weiter um SH herum mit dem Bus oder der Bahn erreichen. Suzhou, Wuxi, Hangzhou usw. Also wenn man ein paar Tage frei hat, sollte man diese Städte definitiv einmal besuchen. Und wer das Visum für eine mehrmalige Einreise hat oder noch Zeit zwischen Kursende an der Fudan (im Januar) und Kursanfang in Duisburg, wird sich sicher einmal auf den Weg nach Hong Kong, Korea, Singapur, Japan, Thailand oder den
Philippinen machen.

4. Noch ein paar letzte Worte

Insgesamt ist Shanghai eine wahnsinnig tolle Stadt. Gerade nachts, wenn die großen Gebäude beleuchtet sind, sieht sie einfach einmalig aus. Worauf man sich jedoch unbedingt einstellen sollte, wenn man hier her kommt, ist, dass die Chinesen kein Englisch sprechen. Die Mehrheit zumindest. Weder an Informationsschaltern noch die
Taxifahrer. Daher sollte man seine Adresse immer in chinesischen Zeichen geschrieben auf dem Handy oder auf einem Zettel dabei haben, denn der Fahrer wird einen nicht verstehen, wenn man ihm mit einem freundlichen „Hello“ begrüßen will. Ich selbst habe nur einen kleinen Crash-Kurs in Chinesisch gehabt, bevor ich hier her kam, der mir allerdings nicht viel weitergeholfen hat. Doch keine Sorge, die wichtigsten Sätze und Vokabeln, die man hier zum Überleben braucht, lernt man Vorort, auch wenn man oft trotzdem nicht verstanden wird, weil die chinesische Aussprache sehr schwierig für uns Europäer ist. Und ansonsten gibt es auch noch jeweils zwei Chinesischkurse an der Fudan, mit einer Klausur am Ende, die man besuchen kann.
Dann sollte man auch noch auf das sehr langsame Internet gefasst sein und darauf, dass die meisten „nicht-chinesischen“-Seiten, wie Facebook, YouTube und Co., gesperrt sind. Ohne einen VPN Client (der leider auch nicht immer funktioniert) ist man da doch recht abgeschottet von der Außenwelt. Alles in allem ist China ein Abenteuer, welches sich gelohnt hat und das ich jeder Zeit wieder eingehen würde.

Bei weiteren Fragen könnt ihr mir gerne eine Mail schicken!!!
tanita.wolf[at]stud.uni-due.de

Für Fragen bzgl. der Kurse an der Fudan School of Economics war Rebecca für mich und meine Kommilitonen verantwortlich:
Rebecca Wong
econiso[at]fudan.edu.cn
International Programmes Office
School of Economics, Fudan University

Die Seite für alles in Sachen Wohnungssuche, Partys, Restaurants, Bars usw. ist die
beste Adresse:
http://www.smartshanghai.com

Ein Bericht von Tanita Wolf

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