Mein Semester an der Högskolan i Borås, Schweden

“Ich bin durch das Auslandssemester selbständiger geworden und konnte meine Englisch-Kenntnisse erheblich verbessern, insbesondere was der offene Dialog mit anderen Menschen angeht.”

Die Universität

Högskolan i Borås: http://www.hb.se
Gustav Kibe: internationalstudent@hb.se
Tel.: +46 33 435 44 88 International Coordinator
Grace Zhe Gu: grace_zhe.gu@hb.se
Tel.: +46 33 435 4370 International Coordinator Business Administration

Die Bewerbung erfolgt über die Universität Duisburg, genauer gesagt über das ISMA. Anschliessend wird man der Universität in Borås empfohlen. In der Regel werden dann alle Studenten angenommen, so wie es auch bei uns der Fall war. Nachdem man auch von der Universität in Borås angenommen wurde, bekommt man alle Informationen bezüglich der Fächerwahl, der Universität selber, der Einführungswoche und den verschiedenen Wohnungsmöglichkeiten.

Kursinformationen

Corporate Finance, 7.5 Credits

Der Kurs und die damit einhergehende Klausur besteht hauptsächlich aus Rechenaufgaben. Viele dieser Aufgabentypen kennt man bereits aus vorherigen
Studienfächern allerdins kommen auch einige neue dazu. Das Buch was empfohlen wurde, haben wir nicht benutzt. Wir haben uns bei der Klausurvorbereitung fast ausschliesslich auf die Altklausuren konzentriert, was sich aber als sehr hilfreich herausgestellt hatte. Achtung: Der Professor hatte uns jedoch mitgeteilt, dass der Kurs nächstes Jahr neu strukturiert wird. Es kann also sein, dass die Informationen aus den aktuellen sowie den älteren Erfahrungberichten nicht mehr zutreffen. Inwieweit sich der Kurs in den kommenden Jahren verändern wird, wurde uns leider nicht mitgeteilt. Das Fach kann man sich in unserer Universität für das Vertiefungsfach Investitions- und Finanzierungstheorie anrechnen lassen.

Swedish as a Foreign Language, 7.5 Credits

Dieser Kurs ist ein Grundkurs für das Erlernen der schwedischen Sprache. Der Unterricht wird dabei von angehenden Lehrern (also Studenten) durchgeführt. Die Klausur besteht aus 2 Teilen. Zuerst absolviert man eine mündliche Prüfung in einer Gruppe, anschließend erfolgt eine schriftliche Klausur, welche nochmal in Grammatik, Leseverständnis und das Schreiben eines Textes gegliedert ist. Allgemein lässt sich sagen, dass die schwedische Sprache sehr einfach für deutschsprachige Stundenten ist, da Grammtik und Satzbau sehr der deutschen Sprache ähneln. Diesesn Kurs kann man sich an unserer Universität für den E3-Wahlbereich anrechnen lassen.

Scandinavian Management, 7.5 Credits

Dieses Fach beschäftigt sich mit den Verhaltensweisen des skandinavischen Managements insbesondere mit dem schwedischen Verhaltensmuster. Das Fach besteht aus einer Gruppenarbeit und einer Online-Klausur. In der Gruppenarbeit gilt es ein Film zu analysieren und darüber eine Hausarbeit zu verfassen. Hierfür gibt es lediglich Credits aber keine Note. Die Onlineklausur besteht aus etwa 40 Multiple-Choice Fragen. Zur Vorbereitung auf die Klausur sollte man sich mit der Literatur befassen und diese zusammenfassen.

Die Stadt

Borås ist eine kleine aber feine Stadt in Südschweden mit etwa 66.000 Einwohner. Die Stadt zeichnet sich durch eine ausgezeichnete geographische Lage aus. Göteborg, die zweitgrößte Stadt Schwedens, liegt etwa 60 km entfernt und ist sehr gut und jederzeit mit dem Bus erreichbar (ca. 50 Minuten). Außerdem lässt sich Stockholm mit dem Auto innerhalb von 4 Stunden erreichen und Oslo in Norwegen sogar in 3 ½ Stunden. Bis zur Westküste sind es auch nur wenige Kilometer. Borås selber, liegt an einem kleinem Fluss dem Viskan. Dort befinden sich viele kleine nette Cafés, wo man sowohl im Sommer als auch im Winter gemütlich sitzen kann. In der Innenstadt gibt es viele Geschäfte und weitere Cafés. Etwas außerhalb der Stadt befindet sich zudem ein kleines Einkaufszentrum, das Knalleland. Es lässt sich sagen, dass die Stadt an Geschäften alles bereithält, was man als Student benötigt. Zu den Sehenswürdigkeiten gelten zudem der Zoo in Borås, der Fußballverein, welcher in der ersten schwedischen Liga spielt, die vielen kleinen Seen außerhalb der Stadt und die Universität selbst welche sehr modern und stilvoll eingerichtet ist. Als weiteres Highlight kann man sicherlich Borås in der Weihnachtszeit nennen, da die Stadt wunderschön geschmückt ist und sehr gemütlich wirkt. Zusammen mit einem Studienkollegen sind wir mit dem Auto angereist. Falls man diese Möglichkeit besitzt, sollte man diese auch wahrnehmen, da dieAnreise mit dem Auto viele Vorteile bietet. Zum einem ist man vor Ort flexibler was das Einkaufen von großen Mengen betrifft und man kann deutlich mehr Gepäck mitnehmen, als wenn man per Flugzeug anreist. Es ist zudem möglich größere Mengen an Alkohol mitzunehmen, was ein erheblicher Vorteil ist, da der Alkohol aufgrund der hohen Besteuerung sehr teuer ist und für Studenten fast unbezahlbar ist. Zum anderen hat sich das Auto für das Reisen in Schweden selber als besonders hilfreich herausgestellt, da man die oben genannten Städte in wenigen Stunden erreichen kann und man so viel flexibler ist als wenn man mit dem Bus reist. Ein Kritikpunkt gibt es jedoch schon, wenn man ein Auto vor Ort besitzt. Das Parken in Schweden hat sich als besonders schwierig herausgestellt, da es nicht viele kostenfreie Parkplätze gibt und die kostenpflichtien Parkplätze lediglich mit Kreditkarte bezahlt werden konnten. Hier sei gesagt, dass eine Kreditkarte in Schweden essenziell ist, da sehr viele Transaktionen ohne Bargeld getätigt werden. Man sollte also vor dem Auslandsaufenthalt definitiv eine Kreditkarte beantragen. Die Infrastruktur in Borås ist ausgezeichnet. Es fahren alle 5-6 Minuten ein Bus vom Studentenwohnheim in die Innenstadt und umgekehrt. Abends und Nachts fahren zwar weniger Busse aber dennoch lässt sich alles fast jederzeit erreichen. Das Busticket kostet umgerechnet 40 Euro im Monat und ist sehr empfehlenswert, da man die Busse täglich nutzt und man damit alle wichtigen Standorte erreichen kann.

Unterkunft

Die Vermietung aller studentischen Wohnungen erfolgt über die städtische Verwaltungsfirma AB Bostäder. Man bekommt rechtzeitig alle nötigen Informationen der Universität zugeschickt. Diese sind zwar auf Schwedisch aber man bekommt eine Anleitung auf Englisch wie man sich auf der Bostäder Seite registriert, was also kein Problem darstellen sollte. Wichtig ist, dass man sich zu einem gewissen Stichtag um 8 Uhr morgens anmelden muss um eine Wohnung zu reservieren. Wichtig: Man sollte morgens unbedingt pünktlich da sein, da nach wenigen Minuten alle Wohnungen vergriffen sind. Das System hatte bei uns nicht hinreichend funktioniert. Es gabe Probleme bei der Reservierung online, da nicht richtig angezeigt wurde ob man die Wohnung jetzt reserviert hatte oder nicht. Bei mir war es so, dass eine vermeintliche Reservierung angezeigt wurde, dies aber nich der Fall war, wodurch ich erstmal keine Wohnung hatte. Bei einer Freundin war das auch der Fall, sie hatte durch den Vorfall zur Vorsicht 2 Wohnungen reserviert. Nach einem Telefongespräch mit der Verwaltungsfirma konnte mir jedoch eine Wohnung übergeben werden. Es war trotzdem mehr als chaotisch, daher mein Tipp: Lieber mehrere Wohnungen reservieren und diese im Anschluß annullieren, statt sich auf die vermeintliche Reservierung zu verlassen und nachher keine Wohnung zu besitzen. Ich habe im Studentenwohnheim in Distansgatan gelebt und circa 220 Euro pro Monat für die Miete gezahlt, was wirklich relativ günstig ist, da Möbel, Strom, Heizkosten und Internet bereits in der Miete enthalten sind. Die Wohnungen sind zwar schon etwas älter aber dennoch in einem recht guten Zustand. Die Fassade sowie Fenster wurden sogar noch neu rennoviert als wir da waren. Dies war jedoch sehr nervig, da das Wohnheim für den Großteil der Zeit eine Baustelle war, was wir vor Antritt des Auslandsaufenthalts nicht wussten. Es war leider viel Baulärm und Unruhe in der Zeit dort vorzufinden. Dennoch würde ich Distansgatan den anderen Studentenwohnheimen vorziehen, da dort eine vollständige Möbelisierung vorhanden ist. Studenten in anderen Wohnheimen mussten zu Anfang des Semesters noch viele Möbel besorgen, teilweise sogar Nächte ohne ein Bett verbringen. Außerdem ist Distansgatan der Haupttreffpunkt der internationalen Studenten, die meisten Treffen und Partys fanden dort statt, weil dort auch der Großteil der internationalen Studenten lebt. Dazu kommt, dass die anderen Studentenwohnheime deutlich teurer sind als Distansgatan. Zusammenfassend, war Distansgatan nicht perfekt, aber dennoch die beste Wahl in Hinsicht auf Preis/Leistung. Wie ich oben schon angesprochen hatte, war es sehr schwer Parkmöglichkeiten zu finden, dies war auch an unserem Studentenwohnheim der Fall. Daher kann ich empfehlen, dass man sich dort ein Platz im dazugehörigen Parkhaus mietet, da man so eine Parkplatzgarantie besitzt und das Auto sicher untergestellt bekommt. Die Lage des Studentenwohnheims war recht gut, man brauchte circa 10 Minuten mit den Bus in die Innenstadt und zur Universität. Die Lebenserhaltungskosten in Schweden sind höher als in Deutschland, da der Großteil der Produkte etwas teurer ist als in Deutschland und man somit höhere Ausgaben erwarten kann. Die Einkaufsmöglichkeiten innerhalb der Stadt sind sehr gut, da es Geschäfte aller Art gibt und die bekannteste Supermarktkette ICA mehrmals vertreten ist und 7 Tage die Woche bis 11 Uhr abends offen hat. Man kann also jederzeit problemlos seine Einkäufe
erledigen.

Reisen

Wir haben während unseres Auslandsaufenthalts viele verschiedene Reisen unternommen. Im Oktober sind wir mit dem Auto nach Stockholm gereist, was ungefähr 4 Stunden Fahrzeit entfernt ist, mit dem Bus dauert es noch ein wenig länger. Stockholm ist eine sehr schöne Stadt und ein Muss für jeden Studenten der sein Auslandssemester in Schweden absolviert. Im November waren wir außerdem noch in Oslo, was auch absolut zu empfehlen ist, da die Stadt auch sehr schön und stilvoll ist. Die Fahrzeit mit dem Auto war etwas weniger als nach Stockholm, mit dem Bus muss man natürlich mehr Zeit einplanen. Kopenhagen haben wir auch noch privat besucht, was aber auch über die studentische Organisation ESN mölich ist. Diese Stadt ist auch definitiv zu empfehlen. Aufgrund der zentralen Lage von Borås sind alle Städte relativ schnell und (einfach zu erreichen. Man sollte auf jeden Fall die Chance nutzen und alle oben genannten Hauptstädte besuchen, da man möglicherweise nie wieder mit so wenig Aufwand diese Städte besuchen kann. Der Transfer kostet so um die 40 Euro und die Hostels/Hotels in etwa 20-30 Euro pro Nacht. Ein weiteres Reiseziel sollte natürlich auch die benachbarte Stadt Göteborg sein, die auch viele Highlights zu bieten hat ( z.B. der Freizeitpark in der Weihnachtszeit). Die Stadt kann öfters besichtigen/besuchen, da sie wie schon erwähnt, sehr nahe liegt. Außerdem werden noch viele Reisen über die Studentenorganisation ESN angeboten z.B eine Reise nach Lappland, Kopenhagen, St. Petersburg, Helsinki und Tallinn. Hier haben wir uns unter anderem für das sogennante ESN Sea Battle entschieden (Partyschiff von Stockholm nach Tallinn). Dies war ein wirklich gutes Event, da zum einem die Busfahrt nach Stockholm sehr witzig war und die Party auf dem Boot mit vielen weiteren Austauschstudenten aus ganz Skandinavien sehr gut war. Zudem war es möglich auf dem Schiff Alkohol im Duty-Free Shop zu holen, was sehr günstig war. Dennoch sollte man diese Reise nur antreten wenn man nicht schnell seekrank wird, da die See im November sehr rau und stürmisch ist und das Schiff somit sehr schaukelt.

Krankenversicherung

Ich habe mich vorrab über eine private Auslandskrankenversicherung abgesichert.

Freizeitaktivitäten

Das Freizeitangebot der Universität war überragend. Besonders in den ersten Wochen wurden viele Unternehmungen organisiert. Hauptorganisator waren zum einmal die Studentenorganisationen ESN und Studenkåren i Borås. In den ersten Wochen wurden viele verschiedene Partys organisiert wie z.B. das International Dinner und eine Pool-Party. Außerdem wurden viele Freizeitaktivitäten angeboten wie z.B eine Uni/Stadt-Rallye, ein Grillfest, ein Trip nach Marstrand (mit Halt bei IKEA) oder das Fahren mit dem Kanu. Dies ist besonders zu empfehlen, da es eines der Highlights in Borås selber war und es sehr Spaß gemacht hat. Allgemein sollte man so viele Freizeitmöglichkeiten der Universität warhnehmen wie nur möglich, da man so viele neue Leute trifft und vieles über die Stadt, die Universität und das Leben in Schweden selber lernt.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich das Auslandssemester definitv gelohnt
hat und durchweg positiv zu bewerten ist. Man hat viele verschiedene Leute aus
verschiedenen Kulturen kennen gelernt, viele neue Freunde gefunden, einiges gelernt
sowohl in der Universität als auch fürs Leben. Ich bin durch das Auslandssemester
selbständiger geworden und konnte meine Englisch-Kenntnisse erheblich verbessern,
insbesondere was der offene Dialog mit anderen Menschen angeht. Wir haben viel Spaß
gehabt, fast ganz Skandinavien gesehen und viele unvergessliche Partys gehabt. Ich kann das Auslandssemester jedem empfehlen, da es eine völlig neue Erfahrung und Herausforderung ist und viele unvergessliche Erlebnisse bereithält.

Ein Bericht von Jan Heßling

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