Studieren an der Université Montesquieu de Bordeaux in Frankreich

“In einem Kurs war ich mit 7 französischen Studenten in einer Gruppe und konnte somit einiges über ihre Arbeitsweise und Organisation beobachten und erfahren.”

Die Universität

Die Université de Bordeaux besteht aus mehreren Universitäten, die sich zusammengeschlossen haben. Die Campi befinden sich in unterschiedlichen Stadtteilen. Bevor ich nach Bordeaux gekommen bin, fand ich es sehr schwierig zu durchblicken, an welchem Standort ich sein werde. Man bekommt Emails von Campus in Pessac und wird zu allen offiziellen Veranstaltungen eingeladen, aber studieren wird man letztendlich in La Bastide an der Tech de Co. In Pessac findet nur der Französischkurs statt.
Ansprechpartnerin für unsere Universität ist Sylvie Castets. Es gibt allerdings auch noch eine Ansprechpartnerin aus dem international office in Pessac von der man Emails bekommt, aber diese ist eigentlich nicht für die Studenten der Tech de Co verantwortlich. Von Sylvie wurden alle Emails und Fragen eigentlich zeitnah beantwortet. Als wir in dann in Bordeaux waren standen wir allerdings weniger mit ihr, sondern eher mit Claire Lartigaud in Kontakt, an die wir uns auch in allen Angelegenheiten wenden sollten. Sie hatte allerdings grade erst angefangen dort zu arbeiten, also musste sie sich meistens selber nochmal erkundigen.
Die Organisation in Frankreich lässt eher zu wünschen übrig. Ich habe sehr viel Zeit damit verbracht mir Gedanken zu machen und mich aufzuregen, aber am Ende hat dann doch alles irgendwie funktioniert.

Kursinformationen

Die Uni bietet eine sehr kleine Auswahl an Kursen an, die man belegen kann. Für die französischen Studenten gibt jeder Kurs 1.5 Credits, aber für die Austauschstudenten geben alle Kurse 5 Credits. Die Kurse sind aufgeteilt in Vorlesungen (Amphis), die mit allen Studenten und auf französisch gehalten werden und eine Art Übung (TD) , die in Gruppen stattfinden. Bei den Gruppen kann man sich am Anfang aussuchen, ob man in die Englischklasse (Group 1) oder in eine der Französischklassen (Group 2-6) möchte. Ich habe mich für die Englischklasse entschieden, da mein Französisch am Anfang noch nicht so gut war. Allerdings ist das Englisch der Lehrer größtenteils so schlecht, dass ich mir gewünscht hätte der Kurs würde auf französisch stattfinden.

Ich habe die folgenden Kurse belegt:

Conduit de projet

In diesem Kurs wurde man in Gruppen aufgeteilt, in denen man ein Video zum Thema „Tech de Co international drehen sollte“. Ich war mit 7 französischen Studenten in einer Gruppe und konnte somit einiges über ihre Arbeitsweise und Organisation beobachten und erfahren. Zusätzlich zu dem Video sollte auch noch ein Bericht verfasstIMG_20160203_175839.jpg werden. Außerdem gab es am Ende des Semesters einen multiple – choice Test zu den Basics des Projektmanagements. Die Note hat sich dann aus diesem drei Leistungen zusammengesetzt.

Etudes recherches commercial

In diesem Kurs haben wir zunächst die Grundlagen der qualitativen und quantitativen Marktforschung kennen gelernt, und diese dann eigenständig durchgeführt. Ein Produkt zu dem diese durchgeführt wurde, sollten wir uns selber ausdenken. Die französischen Studenten haben bereits im ersten Semester mit diesem Produkt gearbeitet, was es für uns Erasmusstudenten etwas schwierig gemacht hat. Zu den Marktforschungen sollten Berichte geschrieben und abgegeben werden, die als Leistungsnachweis in diesem Fach gedient haben.

Communication commercial

Hier wurde die Kommunikationspolitik mit allen Ihren Inhalten besprochen. Leistungsnachweis war eine Klausur am Ende des Semesters.

Distribution

Hier wurden Absatzwege im Groß- und Einzelhandel besprochen. In den TDs haben wir in Gruppen Präsentationen zu den verschiedenen Betriebsformen des Einzelhandels gehalten (Discounter, Hypermarkt, Supermarkt…). Diese hat 40% der Note ausgemacht und eine Klausur am Ende des Semesters 60%.

Anglais

Der Business Englisch Kurs bestand eigentlich nur darin Präsentationen zu halten und über diese während der TDs zu sprechen. Die erste Präsentation sollte über ein Praktikum sein, das die Studenten in den Semesterferien gemacht hatten. Die zweite war eine SWOT Analyse über das Produkt zu dem wir auch die Marktforschung durchgeführt haben. Außerdem hab es noch einen Vokabeltest.

Francais

Der einzige Kurs, der in Pessac stattfindet. Er beginnt mit einer Intensivwoche vor offiziellen Studienbeginn, in der man jeden Tag Unterricht hat. Hier wird man in unterschiedliche Niveaustufen unterteilt. Danach findet der Kurs einmal pro Woche statt und es gibt nur noch eine Niveaustufe.

Marches internationaux

In diesem Kurs wurden Strategien besprochen, wie sich ein Unternehmen auf einem ausländischen Markt positionieren kann. Außerdem wurde noch über den chinesischen Markt gesprochen. Dieser Kurs war der einzige von den Kursen, die ich gewählt habe, der ausschließlich auf Französisch stattfand. Leistungsnachweis war eine Klausur am Ende des Semesters.

Unterkunft

Man kann sich über die Uni im Vorfeld für eine Studentenunterkunft bewerben, was ich zunächst auch gemacht habe. Die Organisation fand ich allerdings ziemlich kompliziert und deshalb habe ich mich dazu entschieden selber nach einer Wohnung zu suchen. Es gibt bei Facebook eine Gruppe für Erasmusstudenten in Bordeaux, wo regelmäßig freie WG Zimmer gepostet werden. Ich hatte Glück und habe darüber mein Zimmer gefunden. Die dsc05440Vermieterin war sogar deutsche, was die Kommunikation und Organisation sehr vereinfacht hat. Meine Wohnung war ca. 15 min Fußweg vom Place Gambetta entfernt, in einer sehr ruhigen und schönen Gegend. Die Miete war mit 450€ ungefähr genauso teuer wie ein WG Zimmer in der Innenstadt. Die Zimmer in den Studentenwohnheimen kosten ca. 250€. Diese befinden sich allerdings in Pessac, was von unserem Campus 40min entfernt ist. In La Bastide an unserem Campus gibt es auch ein Wohnheim, aber es ist
recht schwierig dafür ein Zimmer zu bekommen. Da anfangs auch gar nicht richtig kommuniziert wurde, an welchem Standort der Uni wir uns befindet, hätte man sehr wahrscheinlich ein Zimmer in Pessac bekommen.

Fazit

Da man an der Tech de Co am Unterricht des ersten Studienjahres teilnimmt, waren mir die meisten Themen schon bekannt. Hinzu kommt noch die sehr kleine Auswahlmöglichkeit an Fächern. Es ist schwierig etwas zu finden, das mit den Modulen an der Uni DUE übereinstimmt. Da meine Sprachkenntnisse zu Beginn meines Auslandssemester sehr schlecht waren, war ich größtenteils allerdings trotzdem genug gefordert. Ansonsten ist das Leistungsniveau der Kurse aber eher niedriger als bei uns. Das Auslandssemester war insofern für mich förderlich, dass sich mein Sprachniveau sehr
verbessert hat. Thematisch habe ich allerdings nicht viel Neues gelernt. Die Anrechnung der Kurse zieht sich sehr lange hin, somit weiß ich noch nicht, ob mir überhaupt Credits anerkannt werden. Von den 35 Credits, die ich in Frankreich erbracht habe, kann ich allerdings wenn überhaupt nur 15 hier in Deutschland anerkennen lassen, da die übrigen Module nicht übereinstimmen. Die Universität in Pessac würde ich als Partneruniversität eher anbieten, da es dort viel mehr Kurse zur Auswahl gibt und es somit mehr Anrechnungsmöglichkeiten geben würde.

Ein Bericht von Kathrin Lambertz

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