Semester an der Linnaeus University Växjö, Schweden

“Das Auslandssemester hat meine Erwartungen erfüllt und teilweise übertroffen. Ich habe mich ab dem ersten Tag sehr wohl gefühlt und viele nette Leute kennengelernt.”

Die Universität

Linnaeus University Växjö, Schweden (www.lnu.se)

2 Campi, einer in Kalmar einer in Växjö

Im International Relations Office Linnaeus University 351 95 Växjö bekommt ihr alle nötigen Informationen. Die Bewerbung läuft über das ISMA-Büro, und wenn ihr die Bestätigung bekommt, werden die Kurse sowie die Unterkunft online gewählt.

Die gesamten Gebäude der Universität und die Hörsäle sind super modern. Man kann nach kurzer Eingewöhnung sehr gut zurechtfinden. Alle Gebäude sind mit einem Buchstaben bezeichnet und auch die Raumverteilung ist einfach zu verstehen.

Die Bibliothek bietet viele Möglichkeiten entweder alleine oder in Gruppen zu arbeiten. Die Gruppenräume kann man online buchen und sie bieten sich besonders für die Hausarbeiten an. Es gibt Ruheräume für mehrere Personen und auch Räume in denen man am PC arbeiten kann sonst aber auch Ruhe herrscht. Insgesamt ist die Bibliothek auch sehr modern ausgestattet.

Die Mensa befindet sich im Hauptgebäude K und bietet immer drei Gerichte an. Im Vergleich zu unserer Mensa, ist das essen super lecker, jedoch auch viel teurer (6/7 Euro) pro Gericht. Zu jedem Gericht kann man sich immer ein Wasser nehmen und einen Salat am Buffet zusammenstellen.

Kursinformationen

Über die 5 Monate in Schweden hatte ich 2 Kurse. Zum einen meinen Hauptkurs Fundamentals of Business Administration II und den Non-credit Schedischkurs. Der Hauptkurs bestand aus vier Modulen, die ich oben schon aufgezählt habe. Jedes Modul wurde 4 Wochen behandelt und dann kam das nächste. Man hatte immer 9 Vorlesungen (3 pro Woche mit jeweils 2 Stunden). Die vierte Woche hatte man zur Klausurvorbereitung und zur Fertigstellung bzw. Präsentation der Hausarbeit zur Verfügung.

teleborg-schloss-auf-dem-unigelande
Schloss auf dem Unigelände

Da der Kurs nur für bis zu 25 Leute ist, ist die Arbeitsatmosphäre ganz anders als in Duisburg. Die Professoren kann man duzen und eine mündliche Mitarbeit ist erwünscht. Man fühlt sich wieder, wie zu Schulzeiten.Den Arbeitsaufwand den man betreibt, ist teilweise sehr hoch. Mir kam es auch so vor, dass man als Auslandsstudent keinen Bonus bekommen hat. Nach dem ersten Modul hatte ich mich aber an die andere Arbeitsweise gewöhnt und so fielen mir die anderen Module deutlich leichter.

Vor den Hausarbeiten muss man echt keine Angst haben, man lernt das schon recht schnell, und Hilfe von den Professoren bekommt man auch. Man musste mindestens einmal in der Woche eine neue Version der Arbeit abschicken, die dann kommentiert wurde, sodass ein Durchfallen kaum möglich war. 😉

Die Klausuren bestehen eigentlich immer aus Textfragen, die man anhand der Vorlesung oder der angegebenen Pflichtliteratur lösen kann. Im Logistikmodul gab es auch Multiple Choice Fragen und eine Rechenaufgabe, das war zur Abwechslung mal ganz nett. Die Klausuren sind zwar für einen langen Zeitraum angesetzt (4-5 Stunden) aber man ist locker früher fertig. Das Ziel ist nur, dass man nicht gestresst eine Prüfung absolvieren muss!! So kam es mir jedenfalls vor

Fundamentals of Business Administration 2

Dieser Kurs besteht aus vier Modulen (Basic Organization Theory, Marketing, Business Logistics, Entrepreneurship). Für diesen Kurs gab es 30 Credits, zusätzlich wurde mir ein Non-credit Schwedischkurs angeboten. Gelernt hat man nicht so viel, aber es hat Spaß gemacht. Jedes Modul läuft etwa einen Monat und beinhaltet eine Hauarbeit (diese wird in Gruppen von 3 Personen geschreiben + anschließendem Vortrag vor der Klasse) und einer Klausur am Ende Zu jedem Kurs gibt es Pflichtliteratur, die in manchen Modulen gelesen werden muss, in anderen ist sie zum Bestehen der Klausur nicht so wichtig
Die Hausarbeiten (ca. 15 Seiten) waren neu für mich, aber nach der ersten weiß man wie es geht. Man kann die Gruppen meistens selber zusammenstellen, also hat man auch die Chance auf gute Gruppenpartner. Die schriftlichen Klausuren am Ende von jedem Kurs sind für 4-5 Stunden angesetzt. Man kann aber locker innerhalb von 2-3 Stunden alles bearbeitet haben. Der Kurs war zu schaffen, aber man hatte sehr viel zu tun. Nach jedem Modul hatte man keine wirkliche Pause zum nächsten und man hat viel an den Hausarbeiten gesessen. Allerdings sind die BWLer Kurse allgemein die „härtesten“ an der Uni.

Anreise und Einführungswoche

Ich bin mit Ryanair nach Växjö geflogen (Smaland Airport). Der Flug hat nur 70 Euro gekostet! Der Nachteil ist jedoch, dass man auf das Gepäck sehr be

elchepark
Im Elchpark

schränkt ist und hier eine Hinreise mit dem Auto oder dem Zug eine Alternative wäre. Jedoch ist es auch gut möglich sich Pakete nach Schweden schicken zu lassen, oder sich von Besuchern noch nachträglich warme Sachen mitbringen zu lassen. Allzu viel sollte man eventuell nicht mitnehmen, da ja auch alles wieder nach Hause muss und die Versendung von Paketen um einiges teurer ist.

Die Uni hatte für die Ankunftstage eine Fahrgelegenheit organisiert, mit der man direkt zum Campus gebracht wurde. Sollte das nächstes Mal nicht der Fall sein, kann man einfach die Buslinie 50 vom Airport zum Resecentrum nehmen und anschließend mit der Linie 1, 5 (Teleborg) oder der Line 7 (Universitetet) zum Campus gelangen.

Die Einführungstage waren sehr hilfreich. Man bekommt genug Informationen und lernt sehr schnell viele Leute kennen. Am International Relation Office könnt ihr dann auch jederzeit noch Fragen stellen, die sind immer sehr hilfsbereit und freundlich!

Die Stadt

Die Stadt ist klein, aber man kann trotzdem einiges unternehmen. Man kann zum Eishokey gehen (Växjö Lakers Linie 3), die Shoppingmall Grand Samarkand (Linie 3) besuchen und die Schlossruinen besichtigen (Linie 1). Die Innenstadt bietet gute Einkaufsmöglichkeiten. Sie ist mit der Line 7,1 und 5 vom Campus aus zu erreichen (Resecentrum).

Unterkunft

Wenn man sich online für die Kurse einschreibt, kann man auch wählen, ob die Universität sich um eine Unterkunft kümmern soll, oder man das selber machen möchte. Ich habe es über die Universität gemacht, da es viel Zeit spart und man direkt auf dem Campus wohnt!

Es gibt drei Wohnkategorien:

1) single apartment: man wohnt alleine auf 20-25 qm, hat eine eigene Küche und ein eigenes Bad

2) dorm room: man besitzt ein eigenes Zimmer mit Bad (20-25 qm) und teilt sich die Küche und den Wohnraum mit 12 anderen Austauschstudenten

3) shared apartment: man teilt sich ein Zimmer (ähnlich aufgebaut wie das single apartment) mit einem anderen Austauschstudenten. Entweder mit einer Person, die man vorher schon angibt, oder einer fremden Person, die wahllos zugeteilt wird.

gotland
Gotland

Ich hatte einen dorm room und war sehr zufrieden. Das Zimmer war ordentlich und man hatte eine Grundausstattung die vollkommen ausreichend war (Bett, Regal, Schreibtisch, Nachttisch und 2 Stühle). An die Küche musste ich mich aber erst gewöhnen. Dadurch, dass man sich diese mit mehreren teilt, war sie immer etwas dreckig. Der Vorteil war jedoch, dass man schnell internationale Kontakte knüpfen kann!

Mietkosten insgesamt: 1900 Euro
Sonstige Kosten pro Monat: ??
Die Lebenshaltungskosten sind allgemein höher als in Deutschland. Ich habe nicht mehr eingekauft als hier und doch deutlich höhere Ausgaben gehabt. Der Alkohol ist besonders teuer und am besten bringt man schon welchen mit, oder gibt Besuchern die mit dem Auto kommen eventuell „Bestellungen“ auf 😉

Wie oben schon angedeutet hatte ich deinen dorm room. Mir hat diese Alternative gut gefallen. Man hatte sein eigenes Zimmer, konnte aber gleichzeitig immer Leute im Wohnzimmer oder der Küche treffen und sich gut unterhalten. Ich hatte einen ruhigeren Korridor als andere. Wir haben zwar auch Kochabende gemacht und zusammengesessen, aber es gab auch Korridore wo mehr unternommen wurde. Es ist sehr einfach über den Korridor unterschiedliche internationale Kontakte zu knüpfen, was ich nur empfehlen kann!

Reisen

Direkt in der ersten Woche sollte man sich bei VIS (Växjö International Students) anmelden, um an den organisierten Trips teilnehmen zu können. Diese kann ich alle nur empfehlen (Gotland, Sea Battle, Stockholm, Lappland, Göteborg, Russland). Weitere Infos zu den Trips könnt ihr auf der Website nachlesen (www.visesn.org) Preislich haben sich die Reisen schon gelohnt, jedoch waren sie manchmal sehr anstrengend und nicht so gut organisiert, da die Planung und selbst von Studenten durchgeführt wird. Aber Spaß haben sie trotzdem alle gemacht!! Man kann natürlich auch selbständig Reisen organisieren! Das macht man dann am besten frühzeitig um billig mit dem Zug fahren zu können (www.sj.se)

Die oben aufgezählten Reisen haben sich alle sehr gelohnt und ich kann euch nur empfehlen sie alle mitzumachen. Das VIS Team versucht hat immer ein volles Programm für jeden Trip, sodass man echt viel sieht und sich selbst um nicht viel kümmern muss, außer pünktlich an den Treffpunkten zu sein. Ich werde euch kurz was zu den zwei interessantesten Trips sagen:

tallin
Tallin
  • Auf dem Sea Battle macht man 2 Nächte Party auf einer Fähre, die nach Tallin fährt. Los geht es in Stockholm, die Busfahrt dauert ca. 4-5 Stunden, ist aber auszuhalten! Auf der Fähre teilt man sich Kabinen zu zweit, der Platz ist ausreichend. Es gibt zwei Dancefloors und auf den Fluren ist auch gut was los. Wer gerne Party macht, sollte versuchen einen der wenigen Plätze zu bekommen. Letztes Mal standen 175 Plätze zur Verfügung und ca. 300 Leute oder mehr hatten Interesse (wer zuerst kommt, mahlt zuerst)!! Nach der ersten Partynacht gibt es die Möglichkeit eine geführte Stadttour durch Tallin zu machen (30 SEK, sehr günstig). Diese lohnt sich total!!
  • Der Trip nach Lappland hat mir persönlich am besten gefallen und ich kann ihn nur weiterempfehlen!!! Man ist insgesamt 9 Tage unterwegs und startet in Stockholm mit der Fähre nach Helsinki. Dort hatten wir den ganzen Tag Aufenthalt und sind abends gegen 19 Uhr mit dem Bus losgefahren. Die Busfahrt ist das nervigste an der
    lappland-nordlicht
    Das Nordlicht in Lappland

    Reise, sie dauert 12 Stunden oder länger, aber es lohnt sich total. Wenn man in dem Ort (Saariselkä) angekommen ist, hat man die Busfahrt vergessen. Man wohnt mit 6-10 Leuten in Holzhütten die alle mit Kamin und Sauna ausgestattet sind. Während den vier Tagen Aufenthalt kann man verschiedene Unternehmungen im Voraus buchen (Husky-Schlittenfahrt, Tagesausflug zum Artic Ocean ->Norwegen, Spa, Sportsday etc.). Wenn abends das Wetter mitspielt, kann man das Nordlicht sehen, allein dafür lohnt es sich mitzufahren!! Die ganze Reise ist super und man lernt wieder neue Leute kennen  Insgesamt war das auch die teuerste Reise die ich gemacht habe (ca. 450-500 Euro) aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt!!!

Krankenversicherung

Ich bin mit über meine Eltern versichert gewesen. Am besten informiert man sich telefonisch bei der eigenen Krankenkasse und spricht ab, wie man bei einem Auslandsaufenthalt innerhalb der EU versichert ist.

Freizeitaktivitäten

Wie oben bei den Reisen beschrieben, gab es viele Ausflugsmöglichkeiten in nahegelegene Städte.

Auf dem Campus gibt es 2 Pubs (Stallarna und Sivans). Man braucht hierzu die Mitgliedschaften bei VIS und Linnéstudenterna (ca. 150 SEK) in Kombination mit einer Nation, die man sich frei auswählen kann (Preis hierfür varriiert zwischen 50-150 SEK). Das Stallarna ist eher bei den Austauschstudenten angesagt und hat immer dienstags (bis 1 Uhr) und freitags (bis 2 Uhr) geöffnet. Das Sivans wid hauptsächlich von den Schweden besucht und hat mittwochs und samstags geöffnet (Zeiten wie oben). VIS organisiert manchmal Mottopartys im Stallarna die preislich voll ok sind! (z.B. Full Moon Party) Dadurch, dass man schon um 1 oder 2 Uhr aus dem Pub raus muss, gibt es eigentlich immer irgendwo Afterparties. Sehr oft gibt es auch Corridorparties, meistens in Lyan, weil dort man meisten Platz ist! 😉

Für die, die gerne Sport machen gibt es die Möglichkeit sich im Fitnessstudio (Olympen, direkt auf dem Campus) anzumelden, oder an den Sport Saturdays teilzunehmen. Der Preis für eine Mitgliedschaft im Studio hängt davon ab was man alles dazu buchen möchte. Für das Kursprogramm habe ich für 5 Monate 900 SEK also ca. 120 Euro gezahlt. Die Sportsamstage sind kostenlos, da sie von VIS organisiert werden.

Fazit

Abschließend kann ich nur sagen, dass das Auslandssemester meine Erwartungen erfüllt und teilweise übertroffen hat. Ich habe mich ab dem ersten Tag sehr wohl gefühlt und viele nette Leute kennengelernt. Sprachlich habe ich mein Englisch schon verbessert, jedoch hatte man die Möglichkeit immer deutsch zu sprechen, weil es sehr viele Studenten aus Deutschland gab. Die Reisen solltet ihr in jedem Falle in Anspruche nehmen!!
Die Leute in der Stadt und auf dem Campus sind alle sehr nett und auf Englisch kann man sich überall verständigen!
Schwedisch habe ich nicht wirklich gelernt. Der Kurs war aber trotzdem lustig und einige Dinge hat man schon mit rausgenommen.
Alles in allem würde ich einen solchen Auslandsaufenthalt immer wieder machen und kann Schweden nur empfehlen.

Ein Bericht von Dorina Rose

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