Semester an der University of Padova (Italien)

Zum Glück habe ich gleich in der ersten Woche eine nette Italienerin kennengelernt, mit der ich mich zweimal die Woche zum „Tandem“ getroffen habe. Sie hat mich beim Lernen der italienischen Sprache und ich sie beim Lernen der deutschen Sprache unterstützt.

Die Universität

Meine zuständige Koordinatorin im International Office war immer erreichbar und hilfsbereit. Ansonsten bestand aber auch jederzeit die Möglichkeit, sich an die „International Tutors“ zu wenden. Diese haben mich bei der Wahl der Module unterstützt und konnten mir z.T. auch Tipps für die Klausurvorbereitung geben.

Die Organisation war zwar i.d.R. verständlich, jedoch herrscht an der Universität in Padua noch ein hoher papierhafter und bürokratischer Aufwand. Besonderheiten bei der Bewerbung gab es keine.

Kursinformationen

Capital Markets (8 Credits)

Der Inhalt des Moduls sind Fragestellungen zu Kapitalmärkten. Allerdings bestand die Vorlesung darin, dass die Dozentin ihre Folien, auf denen ganze Sätze standen, einfach nur abgelesen hat. Daher waren die Vorlesungen etwas langweilig. Das Modul wurde auf Englisch unterrichtet. Die Dozentin war aber immer erreichbar, sehr nett und hilfsbereit.
Die Klausur bestand aus Multiple Choice Aufgaben mit jeweils vier Antwortmöglichkeiten.
Obwohl ich den Inhalt des Modules sehr interessant finde, würde ich das Modul aufgrund der Art und Weise der Vorlesungen und Aufgabenstellungen in der Klausur nicht noch einmal wählen.

Advanced Financial Accounting (10 Credits)

Dieses Modul handelte von IFRS und Konzernabschlüssen und hat mir sehr gut gefallen. Hier wurden nicht nur Folien vorgelesen, sondern auch viele Übungsaufgaben gemacht, sodass ich gut für die Klausur vorbereitet gewesen bin. Die Vorlesungen wurden auf Englisch unterrichtet. Auch hier bestand die Klausur aus Multiple Choice Aufgaben mit padova-76605__340jeweils fünf Antwortmöglichkeiten. Dabei wurden vier Lösungsvorschläge vorgeben und Antwortmöglichkeit fünf war für eigene Lösungsvorschläge, sofern die ersten vier falsch waren. Die Klausur bestand neben einem Theorieteil auch aus einem Praxisteil mit konkreten Buchungssätzen. Die Bewertung der Klausur war fair. Einen „Erasmus-Bonus“ gab es nicht. Insgesamt kann ich dieses Modul empfehlen, wenn man sich für Konzernbilanzierung interessiert.

Italienischkurs A1-Kurs (3 Credits)

Meine Entscheidung ein Auslandssemester in Italien zu machen, war sehr spontan, weshalb ich leider keine Vorkenntnisse in der italienischen Sprache hatte. Daher hatte ich mich entschieden, einen kostenfreien Italienischkurs der Universität zu belegen. Dieser war jedoch nicht wirklich hilfreich. Die Dozentin hat den Unterricht komplett auf Italienisch durchgeführt und selbst grammatikalische Erklärungen nicht ins Englische übersetzt. Das Übungsbuch verfügte hauptsächlich über Audio-Übungen, jedoch nicht über eine entsprechende CD dazu, um Zuhause den Unterricht nachvollziehen zu können. Es gab auch keine Vokabellisten. Auf Anfrage hin, hat mir die Dozentin lediglich ein Wörterbuch empfohlen, was ich für Anfänger aber nicht als sinnvoll hielt.
Zum Glück habe ich gleich in der ersten Woche eine nette Italienerin kennengelernt, mit der ich mich zweimal die Woche zum „Tandem“ getroffen habe. Sie hat mich beim Lernen der italienischen Sprache und ich sie beim Lernen der deutschen Sprache unterstützt. Zusätzlich habe ich mir noch ein Übungsbuch von Langenscheidt besorgt, das ich empfehlen kann. Den Italienischkurs kann ich nicht empfehlen, wenn man keine Vorkenntnisse hat. Besser ist es, sich eine/n Tandempartner/in zu suchen.

Die Stadt

Die Stadt Padua hat mich ein wenig an Münster erinnert. Das Stadtzentrum ist überwiegend autofrei, weshalb die meisten das Fahrrad nutzen.

Die Sehenswürdigkeiten der Stadt werden auf der Universitätshomepage Padua vorgestellt: http://www.unipd.it/en/discovering-padova/city-and-its-surroundings
Mir haben die Colli Euganei, Scrovegni Kapelle und die Plätze Piazza dei Signori, delle Erbe und della Frutti am Besten gefallen. Der Botanische Garten soll im Sommer auch sehr schön sein.

Ich bin nach Padua einmal über Venedig (Treviso) und einmal über Venedig (Marco Polo) angereist. Von beiden Flughäfen ist die Busverbindungen Padua ist sehr gut. Die Busse fahren mindestens einmal in der Stunde und die Abfahrtzeiten können online eingesehen werden.

Unterkunft

Für mich war es schwierig gewesen, eine Unterkunft zu finden, da mein Aufenthalt nur fünf Monate gewesen ist und die meisten Vermieter einen Jahresvertrag abschließen möchten. Nach langer Suche habe ich über die Facebookgruppe „CERCO, OFFRO CASA O STANZE IN AFFITTO A PADOVA“ ein 25qm großes Einzelzimmer ca. 1,5km vom

Prato della Valle.png
Prato della Valle

Stadtzentrum entfernt für 250,00 Euro warm gefunden. Die Grundmiete bestand dabei aus 180 Euro und 70 Euro waren für Gas & Strom. Der Preis liegt allerdings weit unter der durchschnittlichen Monatsmiete in Padua. Ein Grund dafür war wohl der Schimmelbefall der Wohnung, den ich auf den Bildern und bei meiner Ankunft nicht feststellen konnte und dem geringen Heizverhalten meines italienischen Mitbewohners. Für fünf Monate konnte ich mich allerdings damit arrangieren.

Die Lage der Wohnung war sehr gut. Ich habe im Stadtteil „Santa Famiglia“ gewohnt. Wie der Name schon sagt, haben in meiner Nachbarschaft überwiegend Familien gewohnt. In unmittelbarer Nähe gab es auch einen Bäcker und zwei Supermärkte. Zum Stadtzentrum habe ich max. 10min mit dem Fahrrad benötigt. Allerdings war der Weg zur Universität mit ca. 30min etwas weiter. Die Anbindung zu öffentlichen Verkehrsmitteln war für Padua gut.

Die Lebenshaltungskosten in Padua sind höher als in Deutschland. Insbesondere gutes Gemüse und Obst sowie Fleisch sind sehr teuer. Hingegen kann man Pizza für kleines Geld kaufen.

Reisen

Während meines Auslandsaufenthaltes in Padua bin ich viel gereist. Ich bin in Venedig, Verona, Asiago, Chioggia, Colli Euganei, Gardasee, Bassano del Grappa, Treviso, Vicenza, Triest, Mailand, Turin, Vernazza, Luca, Pisa, Florenz, Siena und Rom gewesen. Viele dieser Orte sind problemlos mit der Bahn für kleines Geld erreichbar. Nach Verona, Venedig, Rom, Luca, Pisa, Florenz und Siena organisiert ESN i.d.R. auch eine Wochenendtour. Eine konkrete Empfehlung kann ich nicht geben. Für mich hatten alle diese Städte ihren individuellen Charme.

Krankenversicherung

Ich verfügte bereits über eine herkömmliche Auslandskrankenversicherung. Diese galt bei mir allerdings nur, weil ich zu einem Seminar und einmal über Weihnachten und Silvester zu Hause gewesen bin und daher meine Aufenthaltsdauer am Stück geringer als 8 Wochen gewesen ist.

Freizeitaktivitäten

Von der Universität selbst gab es keine Unternehmungen. Allerdings gibt es in Padua eine Organisation namens „ESN“. ESN organisiert mehrmals in der Woche Veranstaltungen, Ausflüge und Partys jeglicher Art. Mit der sog. ESN Card, die man für 10Euro erhält, bekommt man in vielen Bars und Discotheken Vergünstigungen.

Ein Bericht von Manon Barth

 

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