Studieren an der Linnaeus University in Växjö, Schweden

“Ich habe diesen Ort und dieses traumhafte Land in mein Herz geschlossen. Ihr lernt Menschen aus aller Welt kennen, unternehmt unvergessliche Reisen und lernt vor allem mehr über euch selbst. Lasst euch diese Erfahrung nicht entgehen und ab geht’s nach Schweden! ;)”

Die Universität

  • Linnaeus University in Växjö, Schweden
  • Website: lnu.se
  • Campus nach amerikanischem Vorbild/ international ausgerichtet/ modern/ Schloss Teleborg direkt am Campus
  • International Office Kontakt inexchange@lnu.se
  • FB-Seite: Växjö International Students (VIS) à Informationen über wichtige Veranstaltungen und angebotene Trips15

Ihr reicht eure Bewerbung für das ERASMUS-Semester beim ISMA-Büro für eure Wunschuni ein, könnt Erst- und Zweitwunsch angeben. Plätze in Schweden sind erfahrungshalber sehr begehrt aber ein 1er Schnitt ist nicht zwingend notwendig, Zusatzqualifikationen und Motivation sind wichtiger also keine Panik. Wenn die Wahl auf euch gefallen ist, erhaltet ihr Informationen aus Växjö per Mail, was ihr vor eurer Anreise erledigen solltet. Online könnt ihr euch für eure Wunschkurse in Växjö anmelden. Ihr habt auch hier einen Erst- und Zweitwunsch.

Kursinformationem

Ich habe mich für folgenden Kurse entschieden:

  • Organization & Management Studies 30 Credits
  • Swedish Beginners Part 1 & 2 (jeder 7,5 Credits)

Der 30 Creditkurs besteht aus 4 Modulen: Leadership Theories/Strategic Mangement/Organizational Change & Renewal/ Organization Theories (jeder 7,5 Credits), welcher aus schriftlichen Prüfungen, Gruppenarbeiten, Hausarbeiten, Präsentationen und viel Literatur bestand. Da der Kurs durchaus zeitintensiv war und ich mir keinen der Kurse anrechnen lassen konnte, habe ich meinen Stundenplan noch einmal geändert und nur 2 der 4 Kurse belegt und dafür einen Schwedischkurs hinzu gewählt, sodass ich insgesamt 14auf 30 Credits kam. Wenn ihr euch vorher mit eurem Auslandskoordinator absprecht und dann zum International Office geht um die Änderung in euer Learning Agreement aufzunehmen, ist das kein Problem den Stundenplan nachträglich zu ändern

Meine Kurse bestanden überwiegend aus Hausarbeiten entweder in der Gruppe oder Einzelarbeiten entweder zu einem vorgegebenen oder zu einem dem Fach passenden Thema. Meine erste Arbeit (max. 15 Seiten) habe ich mit einem deutschen und einem schwedischen Mädchen zusammen verfasst, mit denen sich die Zusammenarbeit sehr harmonisch gestaltete (muss natürlich nicht immer so sein). Am Anfang war es für mich eine Herausforderung auf einmal eine wissenschaftliche Arbeit auf Englisch formulieren zu müssen, aber wenn man einmal die ersten Hürden überwunden hat, fällt es einem immer leichter.

Ich habe eine schriftliche Prüfung ablegen müssen, für die man 4 Stunden Zeit hatte. Bei mir handelte es sich um eine reine Theorieklausur, die mir persönlich nicht gut lag, weil viele Definitionen abgefragt wurden. Aber es gab überhaupt keinen Zeitdruck, was sehr angenehm war.

Die Klausuren wurden entweder mit Pass/ Pass with Distinction oder Fail bewertet. Nicht immer bekamen wir auch eine Note von A-F, wobei A mit einer 1,0 gleichzusetzen ist. Die schwedischen Dozenten waren überaus freundlich und legen großen Wert auf den persönlichen Kontakt.

In meinem Business Kurs waren 70% Auslandsstudenten, wodurch man schnell neue Kontakte geknüpft hat und meinen ersten Professor werde ich so schnell nicht vergessen, denn seine Begeisterung für das Fach ging auf den ganzen Kurs über.

Den Schwedisch Kurs kann ich euch nur wärmstens ans Herz legen. Es war für mich was neues mal wieder eine Sprache zu lernen anstatt der üblichen BWL Themen. Es gab zwei Bücher mit denen gearbeitet wurde, die man sich kaufen (ca. 60 Euro) oder auch ausleihen konnte. Der Kurs ist intensiv aber sehr gut zu absolvieren wenn man regelmäßig nacharbeitet. Am Ende muss man eine mündliche und eine schriftliche Prüfung ablegen, wobei die Professoren sehr gnädig mit den Auslandsstudenten waren. Dieser Kurs hat mir persönlich sehr viel Freude gemacht, weshalb ich auch direkt zwei Schwedischkurse absolviert habe.

Die Stadt

Kleines Städtchen wo man alles findet, was man braucht: Klamottenläden (H&M, Vero Moda etc), süße Cafés und Restaurants, Bars, Bowling, Schwimmbad, Kino (es wird für knapp 20 Euro ein Burger+Bio Abend angeboten dh Burger in einer amerikanischen Sportsbar und dann könnt ihr euch einen Film eurer Wahl ansehen à kann ich sehr empfehlen!)

Zu den Sehenswürdigkeiten zählen definitiv der Dom, das Wahrzeichen der Stadt und ist einen Besuch wert. Während der Weihnachtszeit finden viele Lucia Events statt, ein schwedischer Feiertag und der Jungend-Chor aus Växjö singt Weihnachtslieder, sehr schön anzuhören. Der Linné Park, direkt am Dom belegen, ideal für einen Spaziergang und der direkt angrenzende See mit tollem Ausblick.17

Vom Campus seid ihr in 10 Minuten mit dem Bus 1,3 oder 5 in der Innenstadt. Laufen dauert ungefähr 45 Minuten aber bei schönem Wetter absolut empfehlenswert aufgrund der tollen Natur.

Highlight: Wenn ihr die Möglichkeit habt, schaut euch unbedingt ein Eishockeyspiel der Växjö Lakers in der Vida Arena (10-15 Minuten vom Campus mit dem Bus) an. Manchmal bekommt die Uni Tickets zu ermäßigtem Preis (ca. 25 Euro), die man vorher erwerben kann. Wir waren mit einer großen Truppe im Stadion und es war eine tolle Erfahrung sodass wir ein paar Tage später direkt nochmal hingegangen sind.

Anreise: Da die Strecke Düsseldorf-Weeze-Växjö (ca. 20 Euro pro Flug plus 20- 30 Euro für Gepäck) nicht angeflogen wurde, als ich angereist bin, bin ich mit Germanwings zunächst nach Göteborg geflogen (ca. 90 Euro inkl. Gepäck) und dann mit dem Zug (www.sj.se) nach Växjö (ca. 20 Euro) gereist. Die Anreise betrug ungefähr 5 Stunden, aber war sehr entspannt.

Wenn ihr mit dem Bus unterwegs seid, kann ich euch empfehlen bei Pressbyran (Kiosk) eine Buskarte zu kaufen, die ihr immer wieder mit 100 Kronen oder mehr aufladen könnt denn ihr müsst wissen, dass die Schweden es vermeiden mit Bargeld zu bezahlen. Im Bus bezahlt ihr den doppelten Preis, wenn ihr bar zahlen wollt. Es ist in Schweden das normalste der Welt seinen Kaffee für 25 Kronen (2,80 Euro) mit Karte zu zahlen 😉

Unterkunft

Die Unterkunft musste selbst organisiert werden und man sollte sich frühzeitig darum kümmern da die Nachfrage sehr groß ist!! Die Uni informiert euch per Mail über Anmeldefristen. Informationen wo und welche Art von Apartments zur Auswahl stehen findet ihr hier: http://linnestudenterna.se/in-english/accomodation/finding-accommodation/ Meldet euch hier an und sammelt „queue points“ um eure Wunschwohnung zu bekommen: http://www.boplats.vaxjo.se/

Ich hatte das Glück ein Single Apartment in Stallvägen zu ergattern direkt am Campus mit Blick aufs Teleborg Slott und neben einer der Diskotheken Slottstallarna. Unbezahlbarer Blick aufs Schloss, Möglichkeiten zum Joggen oder einen Spaziergang um den See. Kein Party-Gebäude und ruhig gelegen, was ich genossen habe. Wenn man feiern will, läuft man wenige  Minuten zur Disko oder zur Party am Campus.

Ob man lieber seine eigenen 4 Wände hat oder ein geteiltes Apartment bevorzugt, muss eher für sich entscheiden. Beides hat Vor- und Nachteile und da die Nachfrage wie gesagt sehr groß ist, kann man es sich nicht immer aussuchen

Es gab einige Leute, die zunächst keine Unterkunft bekamen und im sogenannten „Emergency Room“ lebten, der nach meinen Infos über das nötigste verfügte. Andere lebten in Privatunterkünften, die eine gute Alternative darstellen, dennoch muss man dann zur Uni pendeln per Bus oder man kauft sich ein Fahrrad für die Zeit, was viele getan haben auch einfach um mobiler zu sein.

Man knüpft sehr schnell Kontakte zu anderen Studenten denn jeder ist auf der Suche nach neuen Bekanntschaften. Ich habe fast jeden Abend meines Auslandsaufenthaltes zusammen mit anderen gekocht und man hat sich darüber ausgetauscht, was einen gerade so bewegt. Von Sushi bis schwedische Pancakes war alles dabei und am Ende war es wie kochen mit der neuen internationalen Familie.

Grundsätzlich ist Schweden was die Lebenshaltungskosten angeht natürlich teurer als Deutschland. Dafür erschienen mir die Lebensmittel häufig hochwertiger und frischer. Wenn ihr zurückkehrt, werdet ihr euch hoffentlich nie mehr über die deutschen Preise im Supermarkt beschweren! Dennoch finde ich den Preisunterschied nicht so hoch wie erwartet, bestimmte Lebensmittel wie Fisch oder natürlich Alkohol sind sehr teuer. Das ist nunmal Schweden.

Auf dem Campus sind 2 Supermärkte Willys (15 Minuten) und ICA (10 Minuten). Ich habe meine Einkäufe fast immer bei Willys erledigt weil es dort günstiger war und man eine riesen Auswahl hat.  Was ich sehr empfehlen kann, ist sich einen Rucksack zum Einkaufen zu besorgen anstatt die lästigen Plastiktüten.

Der Campus ist wie eine eigene Welt, man ist mit allem versorgt und alles ist einfach zu erreichen.

Reisen

Es gibt viele organisierte Reisen, die von der Studentenorganisation VIS angeboten werden. Es gibt Infoveranstaltungen, wo diese vorgestellt werden und ihr Infos zur Anmeldung und den Kosten erhaltet

Hier die Trips an denen ich teilgenommen habe:

  • Norwegen-Trip (5 Tage/200 Euro) à absolut empfehlenswert aber lange Busfahrten
  • Tagestrip Elchpark & Glasmuseum à ein toller Tag und das erste Mal Elchwurst probiert!

    lappland-nordlicht
    Das Nordlicht
  • ESN Sea Battle Partyboottrip à eine Erfahrung wert aber nichts für Partymuffel
  • Meine Highlights:
    • Lapland (10 Tage/ 500 Euro) à Nordlichter, Huskys und unberührte Natur! Ein Erlebnis, das ihr euer Leben lang nicht vergesst!!
    • St. Petersburg (7 Tage/350 Euro) à atemberaubende Stadt und tolle Aktivitäten, lange Anfahrt mit Bus/Boot aber jeden Cent wert!!

Bei jedem Trip konnten Zusatzaktivitäten gebucht werden und ihr müsst ggf. längere Anfahrten mit Bus/Fähre in Kauf nehmen aber super Organisation der VIS bei jedem Trip. Man lebt teilweise auf sehr engem Raum zusammen aber hat immer nette Leute um sich und die Stimmung war durchgehend top

Wenn ihr auf eigene Faust Reisen unternehmen wollt zB nach Stockholm, Kopenhagen, Kalmar bietet sich der Zug an: www.sj.se Geheimtipp von mir: Liseberg Freizeitpark in Göteborg, der im Winter zu einem Winter Wonderland wird!

Freizeitaktivitäten

Es gab immer etwas zu erleben und regelmäßige Unternehmungen, die von der Studentenorganisation organisiert wurden, u.a. Welcome & Goodbye Dinner, ein Abend an dem jeder etwas Landes typisches gekocht hat, gemeinsames Grillen am Schloss, Eishockey etc.

Partys gab es natürlich immer häufig auch Mottoparties zB Black/White oder eine Neon-Party. Es gab immer einen Grund zu feiern!

Ihr braucht für alles Mögliche eine Mitgliedskarte in Schweden, was ein wenig nervig und aufwendig ist sich diese zu besorgen aber darüber werdet ihr gerne informiert und es lohnt sich ,da die angebotenen Aktivitäten es definitiv wert sind

Die Organisation jeglicher Events war top! Die Mitglieder des VIS waren immer hilfsbereit, freundlich (was übrigens alle Schweden sind) und bestrebt euch eine unvergessliche Zeit zu bereiten!

Fazit

Ich mache es kurz und hoffe dass ihr euch für einen Aufenthalt im kleinen aber durchaus feinen Växjö entscheidet. Ich habe diesen Ort und dieses traumhafte Land in mein Herz geschlossen. Ihr lernt Menschen aus aller Welt kennen, unternehmt unvergessliche Reisen und lernt vor allem mehr über euch selbst. Lasst euch diese Erfahrung nicht entgehen und ab geht’s nach Schweden! 😉

Ein Bericht von Laura Freiin von Eerde

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