Studieren an der Hogskolan i Boras in Schweden

“Borås ist zwar die viertgrößte Stadt Schwedens, für uns jedoch eine relativ kleine Stadt. Trotzdem ist sie sehr idyllisch und man findet alles was man braucht.”

Die Universität

Hogskolan i Boras
Allégatan 1
501 90 BORÅS

Kursinformationen

Swedish as a Foreign Language – Beginner Course:

7,5 Credits, ist ein nützlicher Kurs, um ein wenig die schwedische Sprache zu erlernen. Er wird auf Englisch gehalten, wobei fast alle Dozenten sogar gut Deutsch sprechen, sodass man bei größeren Problemen auch einmal auf Deutsch nachfragen darf 😉
Am Ende gibt es eine Prüfung, die aus einem schriftlichen Teil von ca. 200 Wörtern, einem Reading & Understanding-Part und einem mündlichen Teil besteht.

Swedish as a Foreign Language – Continuation Course:

7,5 Credits, ist ein wenig anspruchsvoller als der Beginner-Course und sollte auch nur belegt werden, wenn man nebenbei genug Zeit hat alles nachzubereiten. Am Ende gibt es eine Prufung, die aus einem schriftlichen Teil von ca. 200 Wörtern, einem
Reading & Understanding-Part und einem mündlichen Teil besteht.
Business Design: 7,5 Credits, ist ein Masterkurs gewesen, in dem wir eine vorgebene Literatur bearbeiten sollte, über die es später ein Seminar gab. Ebenso musste ein Business Plan in einer Gruppe von ca. 4-5 Personen zu einem vorgegeben Thema angefertigt und zum Schluss präsentiert werden. Bei diesen beiden Teilen gab es nur „bestanden“ oder „nicht bestanden“. Die Note für den Kurs ergab sich aus einer Hausarbeit, die einen Umfang von 10 Seiten hat. Dort sollte die Literatur im Zusammenhang mit wissenschaftlichen Papern diskurtiert werden. Für mich war dies der aufwendigste Kurs, da nebenbei viele verschiedene Bücher oder Paper gelesen werden mussten.

Corporate finance:

7,5 Credits, diesen Kurs belegten wir alle von der MSM, da er eins-zu-eins unserem Modul „Finanzierungs- und Investitionstheorie“ entspricht und es daher keine Probleme beim Anrechnen der Leistungen gibt. Hier gibt es lediglich eine Klausur, die für fünf Stunden angesetzt ist, jedoch benötigt man nur zwischen 1-2h (ich habe dort gelernt, dass die Schweden ihre Klausuren oft für mehrere Stunden ansetzten, damit die Studierenden nicht in Zeitnot geraten oder Panik bekommen, sondern sich beim bearbeiten der Aufgaben Zeit lassen können)

Die Stadt

Borås ist zwar die viertgrößte Stadt Schwedens, für uns jedoch eine relativ kleine Stadt.
Trotzdem ist sie sehr idyllisch und man findet alles was man braucht. Es gibt ein paar Diskotheken, Bars oder Pubs, ein Kino, einen Zoo ( dieser ist wirklich wundersch

boras-18-jpg
Pinocchio

ön und sollte während des Aufenthaltes besucht werden), ein Freizeitbad, welches direkt im Zentrum, im Stadtpark, liegt, ein Fußballteam (es wurde sogar schwedischer Meister 2012 😉 ), viele Fitnesscenter, die auch Studentenrabatte geben und Verträge für 3-4 Monate machen, viele Einkaufsmöglichkeiten, sowohl in der City als auch im Knalleland (5 Busminuten bis dorthin) und natürlich viele Cafés. Mein Liebelingscafé, Café Viskan, liegt direkt neben dem Park am Flussufer. Dort haben wir zahlreiche Nachmittage verbracht.
Borås bietet die Möglichkeit zahlreiche Museen zu besuchen und sich auf die Suche nach Skulpturen zu machen, die überall in der Stadt zu finden sind. Am bekanntesten ist wohl Pinocchio, der ca. neun Meter groß ist. Ebenso sollte man die Seen in und um Borås besuchen (z.B. Almenäs, Vjaredssjön). Bei schönem Wetter sieht man dort traumhafte Landschaften.

Anreise

Wenn man am Flughafen Landvetter –Göteborg landet, fährt man am besten mit dem SWEBUS nach Borås. Dieser fährt fast jede Stunde und kostet je nach Jahres- und Tageszeit zwischen zwei und zehn Euro. Die Fahrt dauert dann etwa 45 Minuten.
Im Allgemeinen war es für mich sehr ungewohnt in kleineren Gruppen unterrichtet zu werden und mitarbeiten zu müssen. Das Schwedische Uni-System ist das komplette Gegenteil von unserem, so spricht man z.B. auch keinen der Professoren mit „Sie“ an.

Unterkunft

Vor dem Aufenthalt:

Die Buchung der Zimmer erfolgt etwa einen Monat vor dem Auslandsemester über AB Bostäder. Anhand der vorher erhaltenen Emails weiß man in etwa wie man das Zimmer zu buchen hat, trotzdem muss man sich beeilen, da nicht genügend für alle Studenten da sind. Die Bezahlung der Zimmer kann per Überweisung gemacht werden, man bekommt jeden Monat eine Rechnung für den darauf folgenden Monat, da sich die Wechselkurse ändern, kann es sein, dass man mal weniger oder mehr zahlen muss, da man ausversehen zu viel oder zu wenig überwiesen hat.

Ankuft in Borås:

Wir mussten vom Flughafen alleine nach Borås kommen, aber als wir dort ankamen wurden wir von Studentbuddies empfangen. Zuerst ging es in die Stadt eine Monatskarte (ca. 40€) für den Busverkehr kaufen, danach zum Scandic-Plaza Hotel unsere Schlüssel für die Wohnheim abholen, da AB Bostäder, die sich sonst darum kümmern, zu unserer Ankunftszeit geschlossen hatte. Danach ging es mit alles zu den beiden Hauptstudentenwohnheime für Austauschstudenten: Distansgatan und Tunnlandsgatan. Diese liegen etwa 15min mit dem Bus von der Universität entfernt. Ich habe in Distansgatan gewohnt, in einer 4er WG. Mein Zimmer war 17qm groß und sehr geräumig.

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Hauptstraße in Boras

Ein Bett, ein Schrank, ein Regal, ein Schreibtisch, ein Sessel und ein kleiner Tisch sind als Einrichtung vorhanden. Jedoch sollte man seine Ansprüche, wenn man unsere Studentenwohnheime kennt, nicht zu hoch schrauben. Küche, Bad und WC wurde zusammen benutzt. Am Besten ist es einen Putzplan aufzustellen. Da ich mit 3 Jungs in einer WG gewohnt habe, waren dort unterschiedliche Vorstellungen von Sauberkeit vorhanden. Wenn dies der Fall sein sollte, dann einfach mit den Mitbewohnern drüber reden, wie man sich „sauber“ vorstellt. In den meisten Fällen sind die Jungs dann motiviert und versuchen sich daran zu halten.
Es besteht die Möglichkeit kostenlos Wäsche zu waschen. Man bekommt ein Schloss mit dem man sich eine Waschmaschine zu einem bestimmten Zeitpunkt für 2-3h reservieren kann. Aber nicht jeder hält sich daran, die gebuchten Maschinen dann nicht zu benutzten, von daher muss man ab und zu flink sein und direkt zum Anfang seiner Reservierung seine Maschine auch belegen.
Für Fragen oder andere Anliegen die die Wohnung betreffen gibt es ein/e Landlord/Landlady, die sich um die Angelegenheiten der Studenten kümmern, z.B. Schlüsselübergabe und -abgabe, sowie Reparaturen.
Der Lebensunterhalt in Schweden ist teurer als hier in Deutschland, so muss man etwa 200-300€ Miete und ca. 600-700€ einplanen. Reisen muss man gesondert einberechnen.

Reisen

Durch die zentrale Lage bietet Borås die Möglichkeit viele Städte in Schweden zu besuchen.

Göteborg:

Nur etwa eine Stunde mit dem Bus von Borås entfernt. Die Busfahrt kostet ca. 9€. Die Stadt ist sehr schön und man kann dort gut einkaufen sowie essen gehen. Ebenfalls sehr sehenswert sind die Schären vor Göteborg.

Stockholm:

Schwedens Hauptstadt erreicht man entweder mit dem Zug (www.sj.de) oder mit verschiedenen Busunternehmen. Wenn man jedoch früh genug bucht, etwa einen Monat, dann ist der Zug die günstigste und vor allem schnellste Variante. Stockholm ist einfach eine traumhafte Stadt von der man nicht genug bekommt. An jeder Straßenecke findet sich ein Haus das schöner ist als das andere. Man sollte auf jeden Fall eine Bootstour machen. Drottninggatan ist eine der schönsten Einkaufsstraßen Schwedens, man findet dort alles was das Herz begehrt. Ebenso in den umherliegenden Shoppingcentren. Sehr sehenswert ist
Gamla Stan, die Altstadt, in der es viele kleine Geschäfte, Restaurants und Cafés gibt. Dort hatten wir auch unsere Unterkunft in einem Hostel. Diese kosten in Stockholm zwischen 30-50€ p. Nacht.

Oslo:

Norwegens Hauptstadt ist eine etwa 4 stündige Busfahrt entfernt und sogar noch ein bisschen teurer als Schweden 😉 Wir sind damals mit dem SWEBUS dorthin gefahren. Das Hostel kostet dort um die 40€ die Nacht. Sehenswert sind der Skulpturenpark, das Schloss und die Skisprungschanze Holmenkollen.

Krankenversicherung

Jeder sollte sich vorher bei seiner Krankenkasse informieren, ob er eine Auslandskrankenversicherung besitzt. Sollte dies nicht der Fall sein, ist es ratsam eine zu machen.

Freizeitaktivitäten

Es gab von der Universität eine Einführungswoche, die von ESN organisiert wurde. Wir machten eine Stadtrundfahrt, Universitätsbesichtigung inkl. Textilmuseum und einen Zoobesuch. Innerhalb der ersten Wochen fand fast jeden Abend eine Party an der Uni statt, da zeitgleich auch die Einführungswoche für die schwedischen Studenten war. Danach ebbte dies was nach und sonstige Aktivitäten durch die Universität gab es nicht. ESN-Borås organisierte die Lapplandfahrt, das Sea-Battle, eine Fahrt nach Göteborg auf den Weihnachtsmarkt, Volleyball/Badminton oder Basketball (wobei man dort nur teilnehmen durfte, wenn man sich vorher die ESN-Card kaufte). Alle anderen Partys bekommt man von den Studenten mit. Viele Bekanntmachungen liefen auch über facebook, sodass man fast verpflichtet war, sich anzumelden und dort dauernd zu gucken, was anstehen könnte. Dies fand ich nachher relativ störend bzw. nervend.

Ein Bericht von Maike Effert

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