Studieren in León / Spanien

“Besonders gut hat mir das Abendleben in León, in seiner schönen Altstadt, mit den vielen kleinen Tapasbars gefallen”

Information über die Universität

Allgemeine Angaben

Die Universität in León, im Norden Spaniens, wurde 1979 gegründet. Über 10.000 Studenten studieren hier an vielen verschiedenen Fakultäten. Jede Fakultät hat sein eigenes Gebäude mit Sekretariat und eigener Bibliothek, von außen wirkt dies sehr viel strukturierter als unsere Universität in Duisburg. Der Campus liegt etwas außerhalb der Stadt, im Norden.

International Office und Kontaktpersonen

Anfangs, als ich noch in Deutschland war, hielt ich Kontakt zu “Maribelle Corrales Gonzalo” per Mail, die mir jegliche allgemeine Fragen beantworten konnte. Bei Anmeldung im International Office in Spanien, León, gibt es für jedes Land einen entsprechende(n) Koordinator/-in. Für Deutschland ist dies “Isabel Feito Ruiz”. Kann sehr unfreundlich sein, ist jedoch sehr hilfreich bei Schwierigkeiten mit der Fächerwahl.

Organisation

In Spanien ticken die Uhren ein wenig anders als hier in Deutschland, das wird einem auch sehr schnell deutlich wenn es um das Thema ‘Organisation’ geht. Das International Office hat täglich bis 14Uhr geöffnet (pünktlich zur Siesta schließen also die Türen, wie fast in der gesamten Stadt). Wenn man nach einigem Suchen dann das International Office auf dem riesigen Campus gefunden hat, muss man erstmal nur seinen Namen, die Heimatuniversität und sein Land nennen, dann werden die Bewerbungsunterlagen sehr schnell gefunden und das Certificate for Erasmus+ Grant abgestempelt. Lasst euch hierbei, wenn möglich, von euerem Buddy helfen, gerade wenn ihr noch nicht so gut Spanisch sprecht. Bevor die ersten Vorlesungen starten, habt ihr eine Woche Zeit euch alle Kurse an der Uni anzuschauen. Die Professoren/Lehrer präsentieren jeweils etwa eine halbe Stunde die Anforderungen, Themeninhalte, sowie die Evaluationsstruktur (sehr anders als bei uns).

Besonderheiten bei der Bewerbung

Die Bewerbung erfolgt ausschließlich Online (alles auf Englisch möglich) und ist ziemlich einfach abzuwickeln. Anschließend muss noch eine Versicherung über die Uni León abgeschlossen werden (kostet ca.29€).

Kursinformationen

Gestion Bancaria (6 ECTS)

Grundlagen des Bankmanagement. Vorlesungssprache – Spanisch. Dieser Kurs war im Wintersemester ein Optionalkurs für die Regelstudenten, dadurch waren wir nur zu neunt im Kurs, weshalb die Stunden auch immer ziemlich interaktiv zwischen dem Professor und uns Studenten verlief. Zu Anfang konnte ich, aufgrund meiner geringen Spanischkenntnisse, noch nicht wirklich dem Unterricht folgen. Doch nach 2 Monaten ging dies schon viel besser. Ich musste zwei Examen absolvieren (welches in jedem meiner Fächer üblich war). Hinzu konnte man durch eine Präsentation, (Finanzensystem in einem beliebigen Land) zusätzliche Punkte sammeln um seine Note zu verbessern.

World Economy and its Organization (6 ECTS)

Vorlesungssprache – Englisch. Unterrichtsinhalte: public and private sector, global framework of the international economy, kennenlernen vieler bedeutender Organisationen/ Kooperationen zur Zeit des ersten Weltkriegs bis Heute (United Nations, World Trade Organization – WTO, International Monetary Fund – IMF, World Bank, EU, Nafta, GATT,…). Die ersten beiden UNITs (Kapitel) wurden von der Professorin vorgestellt, danach folgten jede Stunde Präsentationen von uns Studenten, zu den jeweiligen UNITs. Insgesamt mussten zwei Examen geschrieben und zwei Präsentationen erarbeitet und präsentiert werden. Zu Letzterem wurde jeder Student einer Gruppe zugeteilt (Studenten verschiedener Nationalitäten). Der Kurs bestand hauptsächlich aus Erasmusstudenten.

Consumer Behaviour (6 ECTS)

Vorlesungssprache – Englisch. Unterrichtsinhalte: Consumer Research, Market Segmentation, Consumer Decision, Perception of the Consumer, Attitude of the Consumer, Motivation an values to purchase, Types of needs, classifying human needs, consumer involvement, Personality of the consumer, Social Class and Lifestyles, Group Influence, Opinion Leadership. In diesem Kurs mussten wieder 2 Examen geschrieben und mehrere kleine Präsentationen gehalten werden. Die Themen waren allerdings leicht und meist schnell zu verstehen.

Fiscalidad Nacional e Internacional de la Empresa (6 ECTS)

Vorlesungssprache – Spanisch. Nationale und internationale Unternehmensbesteuerung. Meiner Meinung nach viel zu schwer für Nichtmuttersprachler, da der Professor kein richtiges Skript zum Mitlesen hatte, sondern eigene Definitionen diktiert hat. Die Spanier sind zwar immer sehr hilfreich und haben mir immer ohne zu fragen, ihre Mitschriften angeboten, trotzdem waren die Examen zu anspruchsvoll für mich. Sodass ich den Kurs nicht bestanden habe. Generell ist das spanische Unisystem komplett anders als unseres. Man fühlt sich eher wie in der Schule. Kleine Vorlesungsräume, aber auch teils Hörsäle, in denen Anwesenheitspflicht herrscht und interaktiv zwischen Student und Professor gearbeitet wird.

Stadt

Sehenswürdigkeiten und Highlights

Zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten in León zählen die gotische Kathedrale, die Basilika San Isidoro (auch sixtinische Kapelle genannt), die ehemalige Pilgerherberge San Marcos, sowie das MUSAC (Museum für Gegenwartskunst).  Die Stadt wirkt mit ihrer kleinen Einwohnerzahl erstmal sehr nüchtern, doch betritt man das Barrio Romantico, sowie das Barrio Húmedo (beides Barenviertel in der Altstadt) zur Mittagszeit oder in den Abendstunden sieht man einige Spanier ein Cerveza oder Tinto Verano in den überfüllten Bars trinken. Eine Besonderheit in León ist es, dass zu jedem Bier oder Wein kostenlose ‘Tapas’ gereicht werden. Ebenfalls sehr besonders sind die vielen Pilgerer, die zumeist an den Wochenenden in die Stadt strömen, da der Jakobsweg (Camino de Santiago) mitten durch die Altstadt Leóns führt. Die Stadt, vorallem die Altstadt, ist mir sehr ans Herz gewachsen. Mittwochs und Samstags kann man super auf dem Wochenmarkt am Plaza Mayor, Obst und Gemüse kaufen. Abends habe ich mich oft mit Freunden zum Tapas essen verabredet. Nachmittags kann man gut und gerne einen ‘Café con leche’ mit ein paar Churros con Chocolate in der Sonne genießen.

Anreise

Die Anreise ist leider etwas umständlicher, da León keinen eigenen Flughafen hat. Das einfachste und beste ist es, von Köln oder Düsseldorf nach Madrid zu fliegen, von Köln fliegt Ryanair und von Düsseldorf Iberia. Am günstigsten ist es danach einen Bus über ‘Renfe’ zu buchen, dieser benötigt tagsüber nur 2Std. bis León. Landet dein Flieger nachts, würde ich eher einen Reisebus über ALSA buchen (4-5 Std Fahrt leider). Bei den Bussen sollte man darauf achten, dass diese direkt vom Flughafen in Madrid starten, die Züge (Renfe) starten meist vom größten Bahnhof in Madrid ‘Madrid Charmatin’. Letzterer ist allerdings problemlos mit der U-Bahn vom Flughafen zu erreichen.

Unterkunft

Organisation

Vor meiner Ankunft in León habe ich mir, mit einem Kommilitonen meiner Heimatuni, eine Wohnung über AirBnB gebucht (in Spanien sehr günstig, sogar zentral in der Altstadt). Danach wollten wir gemeinsam eine Wohnung vor Ort suchen. Am Besten nimmst du dir hierbei auch wieder die Hilfe deines Buddy. Das International Office der Uni León bietet hierbei auch Hilfe und zeigt dir einige Webseiten auf denen Wohnungen angeboten werden. Es gibt definitiv genug Wohnungen für jeden Erasmus Studenten, selbst wenn ihr erst kurz vorher schaut. Achtet darauf, dass die Wohnung eine Zentralheizung hat, da es gerade im Dezember bis Februar doch sehr kalt werden kann.

Lage

Ich habe eine wunderschöne Wohnung mitten im Herzen des Barrio Romantico (Altstadt) gefunden. Dies war eine 4er WG im 3.OG mit einem großen Balkon zur Südseite, perfekt um hier auch mal das ein oder andere Bierchen in der Sonne zu trinken. Gefunden habe ich diese über “idealista.com”. Die Wohnungen zählte zu den etwas teureren in León, dafür war die Lage für mich unschlagbar, ca. 2min zu den Tapasbars, genausoweit zur wunderschönen Kathedrale. Zur Uni, die weit im Norden liegt, waren es zu Fuß dann ca. 20min. Die meisten der Erasmusstudenten haben sich für die Zeit allerdings meist ein gebrauchtes Fahrrad gekauft, demnach war dies auch kein Problem.

Kosten

Generell sind die Mieten in León sehr günstig. Im Vergleich zu Deutschland zahlt man hier sehr wenig. Für mein Zimmer mitten im Stadtkern habe ich 225€ kalt bezahlt (eine der teureren Wohnungen). Wohnt man etwas außerhalb, die meisten haben in San Mames oder Palomera (Uninähe) gewohnt, zahlt man deutlich weniger (unter 200€ monatlich).

Qualität

Alle Wohnungen sind möbliert (amueblado). Die Einrichtung ist oft sehr altmodisch, was für mich aber relativ unwichtig war. In Sachen Sauberkeit und Zustand der Möbel sind die Spanier auch nicht so penibel wie wir Deutschen, da muss man sich dann doch dran gewöhnen. Man findet aber schon qualitativ gute Wohnungen.

Lebenshaltungskosten allgemein

Die Lebenshaltungskosten sind in Spanien generell sehr gering. Für Lebensmittel, Kleidung und Busreisen hab ich durschnittlich weniger bezahlt als in Deutschland. Besonders in den Cafes und den Bars fällt der Unterschied dann auf, in León zahlt man für einen Cafe con Leche vielleicht so zwischen 1,20€ und 1,60€ (für ein Bier ebenfalls).

Reisen

Kosten, Ziele, Empfehlungen

Ich würde euch empfehlen mit der Agentur ‘Erasmus León’ (http://erasmusleon.com/) organisierte Reisen zu unternehmen. Für Erasmusstudenten sehr günstig und man lernt immer wieder neue Leute kennen. Reisen wurden meist in der vorlesungsfreien Zeit, also zB am Wochenende angeboten. Ich habe Reisen nach Galicia (A Coruna, Santiago de Compostela), Pais Vasco (Bilbao, San Sebastian) und nach Portugal (Porto) mitgemacht. Jeweils Freitag – Sonntag oder auch mal länger, Übernachtung in einem Hostel, Anreise per Bus, habe ich um die 100€ für die komplette Reise gezahlt. Mein Traumziel im gesamten Semesteraufenthalt war übrigens die Stadt Porto in Portugal, direkt am Meer (Palmen, Strand) mit einer wunderschönen Altstadt. Definitiv zu empfehlen. So eine Reise könnt ihr aber auch gut selbst organisieren (z.B. mit einem Mietwagen hinfahren, wenn man sich mit mehreren zusammentut).

Krankenversicherung

Kosten, Anbieter

Da meine eigene deutsche Krankenversicherung (DAK) in der ganzen EU gilt, benötigte ich hier keine weitere. Von Seiten der Universität León ist allerdings eine Versicherung zusätzlich zwingend erforderlich, kostet allerdings auch nur 29,00€ einmalig (Name: onCampus).

Freizeitaktivitäten

Hat die Universität Unternehmungen für die Studenten organisiert?

Direkt nach dem 2-wöchigen Sprachkurs zu Beginn, startete die Orientierungswoche. In dieser haben wir nicht nur die Uni näher kennengelernt, sondern auch einen Ausflug nach Astorga und zu den Las Medulas (rötliches Gebirge) gemacht. Des Weiteren gab es Angebote, wie Wanderungen oder andere Aktivitäten.

Gab es Partys?

Das International Office bzw die europaweite Studentenorganisation AEGEE organisieren einige Partys. Jeden Dienstag fand eine Erasmus Party im TRAGA (im Barrio Húmedo, Altstadt) statt. Donnerstags wurde in einer sehr großen Bar (The Harleys) ein Cena (Abendessen) organisiert, wobei jede Woche eine andere Nation kochen sollte/durfte.

Fazit

Was hat Dir besonders gut gefallen?

Besonders gut hat mir das Abendleben in León, in seiner schönen Altstadt, mit den vielen kleinen Tapasbars gefallen. Generell hat mir aber vieles in der Stadt, der Natur und das Reisen gefallen.

Was hat Dir nicht so gut gefallen?

Nicht so gut gefallen, hat mir die schlechte Organisation an der Uni. Gerade am Anfang war dies schon viel Stress, da man nicht wusste welche Kurse man wählen konnte. Doch mit ein wenig Geduld und Nachfragen, hat sich dann auch immer alles geklärt.

Was ich sonst noch sagen wollte….

Abschließend kann ich nur noch allen Studenten, die schon unbedingt mal ins Ausland (für einen längeren Zeitraum) wollten, dazu raten es einfach zu machen. ERASMUS ist hierbei, meiner Meinung nach, der einfachste, schnellste und günstigste Weg um ins Ausland zu gehen. Natürlich müsst ihr auch zur Uni gehen/studieren, aber die macht auch meistens Spaß, da man auf so viele internationale Studenten trifft und so neue Kulturen und Sprachen kennenlernt. Also traut euch!

 

Ein Bericht von Jana Dirkes

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