5 Monate ESC Troyes (Frankreich)

“Man lernt, sich mit anderen Kulturen zu arrangieren und sein eigenes Land doch mehr zu schätzen.”

Die Universität

Die Groupe ESC Troyes ist eine private Hochschule, welche zu den “Conférence des Grandes Ecoles” gehört. Diese privaten Hochschulen sind im französischen Schulsystem höher gestellt als staatliche Universitäten, verlangen dafür jedoch einen sehr hohen Studentenbeitrag. Sie ist noch eine relativ junge Hochschule, da sie erst 1997 gegründet wurde. Das International Office und ganz besonders die Ansprechpartnerin für deutsche Austauschstudenten Laetitia Perquin waren von Beginn an eine große Hilfe. Da Laetitia sogar sehr gut Deutsch kann, stellt sie eine absolute Bereicherung dar, wenn es um Probleme geht, die selbst in englischer Sprache schwer zu erklären sind!

Kursinformationen

Folgende Kurse habe ich belegt:

Français langue étrangère séminaire intensif (5 Credits)

Französischintensivkurs, der über zwei Wochen jeden Tag geht und den alle Studenten belegen sollen. Vor dem Aufenthalt in Frankreich muss man online einen Test absolvieren, der einen für diesen Kurs einstuft und somit definiert, in welche Gruppe man kommt. Wenn man jedoch merkt, dass einem das Niveau zu niedrig / zu hoch ist, besteht die Möglichkeit, in den ersten Tagen den Kurs zu wechseln.

Français semestre 1 (2,5 Credits)

Folgekurs des Französischintensivkurses einmal wöchentlich

Management de l’innovation (5 Credits)

Vergleichbar mit dem Fach “Innovationsmanagement” in englischer Sprache

Management stratégique (5 Credits)

strategisches Management, ähnelt “Strategischer Unternehmensführung”

Distribution internationale (2,5 Credits)

vergleichbar mit “Grundlagen des Handelsmanagement”, in englischer Sprache

Marketing stratégique (5 Credits)

vergleichbar mit “strategisches Marketing” in englischer Sprache

Gestion de la Marque (5 Credits)

Markenmanagement, beschäftigt sich damit, wie Marken entstehen und wie man sie verwalten soll, auch in englischer Sprache.

Ich habe zu Beginn auch einen Kurs auf Französisch belegt, aber mich davon nach einigen Wochen abgemeldet, weil die Klausur eine schriftliche Analyse war und mir dafür sämtliche Fachbegriffe gefehlt haben.

Die Stadt

Die Stadt ist nicht sehr groß, für ein Semester jedoch optimal. Troyes liegt in der Champagnerregion “Champagne-Ardenne” und bietet umliegend viele Möglichkeiten zur Champagner-Verkostung.

Die Innenstadt, die der Form eines Champagnerkorkens ähnelt, begeistert mit ihrer lustigen Architektur von vielen bunten, schiefen Fachwerkhäusern der Renaissance (16. Jh.). Außerdem gibt es sehr viele Kirchen, unter anderem die Kathedrale St-Pierre-et-St-Paul, welche im Nordosten des Stadtzentrums liegt.troyes8

Die Highlights für Studenten sind vor allem der “Cotton Club”, eine kleine Disko in einem Gewölbekeller, das “Amphy”, die einzige Großraumdisko, und nette Bars wie das “Tricasse” und die “Vin Bar”.

Meine Anreise erfolgte mit dem Thalys von Duisburg nach Paris-Nord. Anschließend von Paris-Est nach Troyes mit der Regionalbahn. Wer weit im Vorfeld das Ticket bucht, kommt mit einem guten Preis davon. Für wen die Möglichkeit besteht, sollte jedoch selbst mit dem Auto anreisen oder sich bringen lassen. Es ist sehr von Vorteil, sein eigenes Fahrrad mitzubringen, denn die gebrauchten, die dort teilweise sehr teuer verkauft werden, sind ihr Geld nicht wert.

Unterkunft

Die Organisation war sehr gut. Vom Bahnhof wurde man von den französischen Studenten abgeholt und direkt zur Uni gebracht. Dort wurden im Vorfeld viele organisatorische Dinge geklärt und im Anschluss wurde man zu seiner Wohnung gefahren

Ich habe im Studentenwohnheim Avenue Anatole France gewohnt und war überrascht, weil es sich um ein sehr neues Gebäude handelt. Leider liegt es ein wenig abseits, sodass man zu Fuß circa 15 Minuten in die Uni und über 20 Minuten in die Stadt gebraucht hat. Mit dem Fahrrad waren es jedoch nur 5 und 10 Minuten.

Wer im Studentenwohnheim wohnt, bekommt vom französischen Staat den höchsten Satz von Wohngeld (CAF).

Leider war in meinem Zimmer die Lüftungsanlage und die Heizung defekt, was mir im Nachhinein eine hohe Stromrechnung einbrachte.

Einkaufsmöglichkeiten sind gut vorhanden. Lidl, Leader Price, Casino und Carrefour sind die Hauptgeschäfte. Allerdings sind die Preise für Lebensmittel im Allgemeinen höher als in Deutschland.

Reisen

Durch die gute Anbindung nach Paris, welches man mit der Regionalbahn in 1,5 Stunden erreichen kann, bietet es sich an, öfter die Hauptstadt Frankreichs zu besuchen. Zusätzlich bin ich mit einer Freundin für 4 Tage durch Frankreich gereist, zwei Tage waren wir in La Rochelle und 2 Tage in Bordeaux.

Wer sich die “Carte de réduction jeune 18-27” kauft, welche einmalig 50€ kostet und ein Jahr gültig ist, kann einiges bei den Bahnfahrten sparen!

Krankenversicherung

Ich war durch den ADAC krankenversichert.

Freizeitaktivitäten

Die zahlreichen Studentenorganisationen haben neben Parties auch sportliche Aktivitäten
wie zum Beispiel Zumba, Badminton und Volleyball angeboten. Zu Beginn gab es außerdem eitroyes6ne Reise, die “Stupre” hieß, die allerdings mehr für die französischen Erstsemester gedacht ist. Zwei Erasmus haben als einzige teilgenommen und waren ziemlich enttäuscht. Des weiteren waren wir im Disneyland, was sich sehr lohnt, und es wurde außerdem eine Reise in die Berge und eine weitere zu historischen Schlössern angeboten.

Fazit

Frankreich und Deutschland sind trotz ihrer Nähe zueinander sehr unterschiedlich, was sich vor allem an der Mentalität bemerkbar macht. Das Sprichwort “Kommst du heute nicht, so kommst du morgen” trifft auf Franzosen absolut zu und kann einen als Deutschen schon sehr in die Quere kommen.

Ich war zwar nicht von allem begeistert, nichtsdestotrotz bin ich froh, die Auslandserfahrung gemacht zu haben. Man lernt, sich mit anderen Kulturen zu arrangieren und sein eigenes Land doch mehr zu schätzen. Ich habe viele tolle menschen kennengelernt und bin dankbar für eine unvergessliche Zeit!

Ein Bericht von Nicole Erdmann

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