Semester an der ESC Troyes / Frankreich (7)

Man wird sehr herzlich aufgenommen, bei organisatorischen Dingen bei der Hand genommen und hat immer Hilfe, wenn man sie braucht.

Die Universität

Die École Supérieure de Commerce (ESC) ist eine kleine Privatuniversität im kleinen Ort Troyes. Im Prinzip gibt es nur ein Gebäude, welches selbst auch übersichtlich klein gehalten wurde. Dort befindet sich auch das International Office. Die Ansprechpartnerin für Deutsche ist Laetitia Perquin, die stets hilfsbereit und kompetent ist und bei Bedarf auch deutsch spricht. Alles Organisatorische läuft über Frau Perquin. In meinem Fall ohne Probleme.

Kursinformationen

An der ESC ist stets eine große Gruppe an ausländischen Studenten zu finden. Das spiegelt sich in den Kursen bei der Unterrichtssprache wieder. Das Angebot an englischsprachigen Kursen ist reichlich. Für diese Kurse kann man sich im Vorhinein übers Internet einschreiben. Da die Kurse allerdings die Größe einer Schulklasse nie überschreiten, sind sie schnell ausgebucht. Wer also lieber englische Kurse haben will, sollte bei der Einschreibung im Internet schnell sein, da die Nachfrage nach diesen Kursen viel höher ist als nach den Kursen in französischer Sprache. Wer allerdings Französisch lernen will, sollte die Kurse unbedingt auf Französisch wählen, da unter den ERASMUS-Leuten in der Regel nur Englisch gesprochen wird und man dadurch im Semester fast nichts lernt. Die Unterrichtsmethodik ist am ehesten mit Unterricht in der Schule zu vergleichen. Man macht hier eine kleine Zeitreise zurück in die Schulzeit. Gruppenarbeit wird sehr gerne gesehen und auch ständig eingesetzt. Das Notensystem ist ein Buchstabensystem von A bis F. Die Kurse werden entweder mit 2,5 oder mit 5 Credits bewertet, je nach zeitlichem Aufwand.

Die Stadt

Troyes ist keine besonders große Stadt. Man kann eigentlich an einem Tag alles zu Fuß besuchen. Empfehlenswert sind sicherlich die vielen Kirchen mit der großen Kathedrale, dem Wahrzeichen von Troyes. Charakteristisch für die Stadt sind die historischen Fachwerkhäuser, die das Stadtbild im Zentrum ausmachen. Es gibt eine Einkaufsstraße (Rue Emile Zola) und einige sehenswerte Parkanlagen. Etwas weiter außerhalb liegen die Outlets, die vielfältige Shoppingmöglichkeiten bieten. Diese sind zu Fuß allerdings nur sehr mühsam zu erreichen.

Unterkunft

Das International Office kooperiert mit einigen Vermietern zusammen. Wenn man sich übers Internet bei der ESC bewirbt (nach Bewerbung bei ISMA) kann man sich aus einem Katalog eine Wohnung aussuchen und das International Office kommuniziert dann mit dem Vermieter. Am Tag der Anreise steht die Wohnung dann bereit und man unterzeichnet den Mietvertrag vor Ort mit Hilfe von französischen Studenten. Selbst muss man sich um nichts kümmern. Aber man zieht in eine Wohnung, die man nur von Fotos troyes12kennt. Das kann zu Überraschungen führen. Generell ist zu sagen, dass WGs in der Regel die bessere Wohnung bieten. Einzelne Appartements sind regelmäßig in keinem besonders guten Zustand. Die Mieten liegen alle zwischen 350 und 400 Euro, wenn man alle Nebenkosten berücksichtigt, unabhängig davon, ob man in einer WG lebt oder nicht. Ich habe nicht in einer WG gelebt und war von meiner Wohnung enttäuscht, da alles einen provisorischen Eindruck machte und die Miete dennoch hoch war (Meiner Meinung nach maßlos überteuert). Bei anderen Einzelwohnungen sah die Lage ähnlich aus. Die einzige Ausnahme bildete die Studentenresidenz auf der Rue Anatole France. Die Zimmer waren ungefähr so groß wie meine Wohnung (17 qm), waren aber hochmodern und hatten ein vernünftiges Badezimmer mit guter Dusche. Im Prinzip sind das vollwertige Wohnungen für eine Person, die durch das geringe Alter der Residenz noch in einem super Zustand sind und für mich daher definitiv die beste Alternative bieten, wenn man alleine wohnen möchte. Bei den Lebenshaltungskosten ist zu sagen, dass Frankreich nicht ganz billig ist. Der teuerste Supermarkt ist Casino, empfehlenswerter sind Leader Price oder Lidl. Ich bin mit 80€ pro Woche ausgekommen. Bei Besuchen in der Gastwirtschaft kann das Budget von 80€ allerdings leicht gesprengt werden. Wir haben meistens mit anderen etwas zusammen gekocht. Ausflüge sind natürlich extra zu bezahlen. Eine Möglichkeit sein Budget aufzubessern ist die Beantragung des Wohngeldes (CAF). Das International Office hilft einem dabei und man kann bis zu 170€ monatlich bekommen. Das ist aber im Einzelfall unterschiedlich.

Reisen

Als Reiseziele in der Umgebung empfehle ich Paris, Reims, Dijon und den ca. 20 Km entfernten See lac d’Orient. Ein Ticket nach Paris kostet 19,10€, wenn man unter 25 ist und nicht die Ermäßigungskarte für 12-25 Jährige besitzt. Besitzt man diese Karte, kostet das Ticket nach Paris um die 12 Euro, allerdings muss man diese Karte einmal für 50 Euro kaufen. In wie weit sich das rechnet, hängt von der Nutzung der Bahn ab.

Nach Troyes kann man von Deutschland aus mit dem Thalys anreisen. Hier aber frühzeitig buchen!

Krankenversicherung

Ich war über den ADAC versichert. Hier muss das jeder mit seiner Versicherung abklären, ob eine zusätzliche Versicherung nötig ist.

Freizeitaktivitäten

Die Studentenvereinigung Inter3 hat diverse Trips organisiert. Ob nach Disneyland, zu einem Rugby Spiel ins Stade de France in Paris oder weitere Ausflüge nach Mont St. troyes-16Michel. Die Preise haben sie eigentlich immer gut ausgehandelt inkl. Hin- und Rückreisemöglichkeit.
Parties gab es reichlich. Es existieren noch zwei weitere Studentenvereinigungen: BDE und BDA. Diese beiden Organisationen haben während des Semesters regelmäßig Parties organisiert, gerade zu Beginn in der Kennenlernphase. Wenn sich später alle untereinander kennen, finden diverse Parties/Grillabende in den Unterkünften der einzelnen Studenten statt.

Alles in allem muss man sagen, dass die französischen Studenten alles getan haben, um für uns den Aufenthalt so angenehm und erlebnisreich zu gestalten wie nur möglich. Sowohl bei den organisatorischen Dingen wie Bankkonto eröffnen, Mietvertrag abschließen, Wohngeld beantragen als auch bei der Freizeitgestaltung durch Parties und Trips.

Fazit

Ein Auslandsaufenthalt in Troyes lohnt sich auf jeden Fall. Man wird sehr herzlich aufgenommen, bei organisatorischen Dingen bei der Hand genommen und hat immer Hilfe, wenn man sie braucht. Man lernt viele Leute aus den verschiedensten Teilen der Welt kennen und kann Französisch lernen (sofern man die Kurse auf Französisch wählt, wie in meinem Fall). Durch die kleine Größe der Uni kennt jeder jeden und die Atmosphäre ist dadurch locker entspannt.

Abschließend würde ich noch jedem empfehlen sich ein Fahrrad zuzulegen, weil man per Fahrrad alles in kurzer Zeit erreichen kann. Zu Fuß ist es dann doch etwas weit bzw. zeitaufwändig. Wenn man nachts ausgeht, sollte man das Fahrrad allerdings zu Hause lassen, da Fahrräder schnell geklaut oder beschädigt werden. Die interkulturelle Erfahrung ist wohl das lehrreichste an einem Auslandsaufenthalt. Man lernt andere Sichtweisen auf bestimmte Themen oder Lebensphilosophien kennen und lernt mit anderen Kulturen vorurteilsfrei umzugehen. Ich würde es jederzeit wieder machen!

Ein Bericht von Andreas Elias

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